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Dachrinnen vor dem Winter frei machen

Sie wissen danach, warum der Spätherbst der richtige Zeitpunkt ist, welche Warnzeichen es gibt und wie Sie die Arbeit sicher organisieren.

4 Min. LesezeitStand: 8. Oktober 2026Redaktion Staffclean

Was eine verstopfte Rinne im Winter anrichtet

Eine Dachrinne fällt erst auf, wenn sie nicht mehr funktioniert. Im Herbst sammeln sich Blätter, Nadeln, Samen und Moos darin. Mit dem ersten Regen verdichtet sich das zu einem nassen Pfropfen, meist genau am Übergang zum Fallrohr. Das Wasser staut sich, läuft über die Kante und rinnt an der Fassade herunter.

Kommt Frost dazu, wird es ernst: Stehendes Wasser gefriert in der Rinne, dehnt sich aus und kann Halterungen und Verbindungen lösen. Überlaufendes Wasser bildet Eiszapfen an der Traufe und Eisflächen auf dem Gehweg oder dem Zugang darunter. Für Eigentümer ist das nicht nur ein Gebäudeschaden, sondern auch eine Frage der Verkehrssicherungspflicht, denn herabfallendes Eis und vereiste Wege gefährden Menschen.

Warnzeichen, die Sie vom Boden aus sehen

  • Wasser läuft bei Regen über die Rinnenkante statt durch das Fallrohr.
  • Am Fallrohr unten kommt bei Regen kaum Wasser an.
  • Grüne Halme oder kleine Pflanzen wachsen sichtbar aus der Rinne.
  • Dunkle Streifen oder Moos an der Fassade unterhalb der Traufe.
  • Die Rinne hängt durch oder hat sich an einer Stelle gesenkt.
  • Pfützen oder ausgespülte Erde direkt an der Hauswand.

Schon eines dieser Zeichen ist ein guter Grund, die Rinne vor dem ersten Frost prüfen zu lassen. In Gegenden mit viel Baumbestand, etwa am Rand von Wäldern in Holstein oder in alten Wohnvierteln mit hohen Linden und Kastanien, empfiehlt sich eine feste Kontrolle nach dem Hauptlaubfall.

Der richtige Zeitpunkt

Zu früh ist ebenso wenig sinnvoll wie zu spät. Wer im September reinigt, hat im November wieder volles Laub in der Rinne. Bewährt hat sich ein Termin nach dem Großteil des Laubfalls, aber vor dem ersten anhaltenden Frost – im Norden meist irgendwo zwischen Ende Oktober und Ende November. Bei Gebäuden unter großen Bäumen kann ein zweiter Durchgang im Frühjahr sinnvoll sein, wenn Blütenreste und Samen fallen.

Bei größeren Objekten lohnt es sich, die Rinnenkontrolle mit anderen Herbstarbeiten zu bündeln: Laub auf Wegen, Schmutzfang im Eingang, Vorbereitung des Winterdienstes. So bleibt der Aufwand überschaubar und nichts geht unter.

Sicherheit geht vor: Arbeiten in der Höhe

Die meisten Unfälle bei Rinnenarbeiten passieren nicht auf dem Dach, sondern auf der Leiter. Nasses Laub auf den Sprossen, ein weicher Untergrund, eine zu kurz gewählte Leiter oder das seitliche Herauslehnen – das reicht für einen Sturz. Bei Einfamilienhäusern und niedrigen Anbauten erledigen viele Eigentümer die Arbeit selbst. Bei mehrgeschossigen Gebäuden, Wohnanlagen und Gewerbeobjekten gehört sie in die Hand eines Fachbetriebs mit geeigneter Ausrüstung, etwa Hubarbeitsbühne oder gesichertem Dachzugang.

Für Hausverwaltungen gilt: Werden Hausmeister oder Mitarbeiter damit betraut, muss der Arbeitgeber die Gefährdung beurteilen und geeignete Arbeitsmittel bereitstellen. Für Leitern und Steigtechnik gibt es Vorgaben der Unfallversicherungsträger, die Sie im Zweifel bei Ihrer Berufsgenossenschaft nachlesen.

GebäudeTypische Lösung
Bungalow, Garage, CarportEigentümer mit sicherer Leiter und Helfer
Einfamilienhaus mit zwei Geschossenje nach Zugang selbst oder Fachbetrieb
Mehrfamilienhaus, WohnanlageFachbetrieb, Termin im Wartungsplan
Halle, Gewerbebau, Flachdach mit InnenentwässerungFachbetrieb, Abläufe und Notüberläufe mitprüfen

Checkliste für Verwaltungen und Eigentümer

  • Rinnen und Fallrohre einmal im Jahr nach dem Laubfall prüfen lassen.
  • Laubfangkörbe und Siebe am Fallrohr mitreinigen.
  • Bei Flachdächern auch Dachabläufe und Notüberläufe freimachen lassen.
  • Schäden an Halterungen und Verbindungen dokumentieren und reparieren lassen.
  • Bereiche unter der Traufe im Winter beobachten: Eiszapfen und Eisflächen sind ein Signal.
  • Termin, Ergebnis und Auftragnehmer kurz schriftlich festhalten.

Weitere Herbstthemen rund um das Gebäude finden Sie in den Beiträgen Laub auf Gehwegen, Erster Frost: Streugut und Geräte prüfen und Winterdienst-Checkliste für Hausverwaltungen. Staffclean unterstützt Eigentümer und Verwaltungen in Schleswig-Holstein und Hamburg beim Winterdienst und in der Gebäudereinigung.

Häufige Fragen — kurz beantwortet

Wie oft sollte eine Dachrinne gereinigt werden?

Als Richtwert einmal im Jahr nach dem Laubfall. Unter großen Bäumen oder bei Nadelbäumen in der Nähe kann ein zweiter Termin im Frühjahr sinnvoll sein. Entscheidend ist, dass die Rinne vor dem ersten anhaltenden Frost frei ist.

Helfen Laubschutzgitter?

Gitter oder Bürsteneinsätze halten grobes Laub ab und verlängern die Abstände zwischen den Reinigungen. Wartungsfrei sind sie aber nicht: Feine Reste, Samen und Moos setzen sich trotzdem fest, und auf den Gittern selbst kann Laub liegen bleiben.

Was tun bei Eiszapfen an der Traufe?

Bereiche darunter absperren oder deutlich kennzeichnen, damit niemand gefährdet wird. Eiszapfen nur entfernen, wenn das gefahrlos vom Boden aus möglich ist, sonst einen Fachbetrieb rufen. Häufige Eiszapfen deuten oft auf eine verstopfte oder schadhafte Rinne hin.

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