
Glossar
Nasswischen
Das Grundverfahren der Bodenreinigung, wenn neben Staub auch haftender Schmutz entfernt werden soll.
Was unter Nasswischen verstanden wird
Beim Nasswischen wird ein Mopp mit einer Reinigungslösung getränkt und über den Boden geführt. Die Flüssigkeit weicht haftende Verschmutzungen an, etwa angetrocknete Getränkespritzer, Straßenschmutz oder Fußspuren. Der Mopp nimmt den gelösten Schmutz mit der Lösung wieder auf. Zurück bleibt ein leichter Feuchtfilm, der rasch abtrocknet.
Damit geht das Nasswischen über das Feuchtwischen hinaus, das nur losen Staub bindet. Es ist in vielen Objekten der tägliche Standard für Sanitärräume, Küchen, Eingangsbereiche und Treppenhäuser.
Einstufiges und zweistufiges Verfahren
Im einstufigen Verfahren wird mit einem Mopp gleichzeitig Lösung aufgetragen und Schmutz aufgenommen. Das ist schnell und reicht bei normaler Verschmutzung. Beim zweistufigen Nasswischen wird erst nass aufgetragen und nach kurzer Einwirkzeit mit einem zweiten, trockeneren Mopp aufgenommen. Es eignet sich für stärker verschmutzte Flächen.
- Mopp mit passender Menge Lösung tränken, nicht tropfnass
- Reinigungsmittel nach Herstellerangabe dosieren, am besten über ein Dosiersystem
- Vom hinteren Raumteil zur Tür arbeiten, um nicht über gereinigte Flächen zu laufen
- Bezüge raumweise wechseln, besonders zwischen WC und anderen Bereichen
- Nasse Flächen bei Publikumsverkehr mit Warnschild sichern
Belag und Mittel aufeinander abstimmen
| Belag | Hinweis zum Nasswischen |
|---|---|
| Fliesen und Feinsteinzeug | gut geeignet, Fugen im Blick behalten |
| Linoleum | pH-neutrale oder milde Mittel, nicht zu nass |
| PVC und Designbelag | gut geeignet, Wischpflege möglich |
| Parkett und Laminat | nur sehr sparsam, besser feucht wischen |
| Naturstein | auf Stein abgestimmtes Mittel, keine Säuren auf Kalkstein |
Wird der Wischlösung ein pflegender Zusatz beigegeben, spricht man von Wischpflege. Sie frischt den Schutzfilm auf beschichteten Böden laufend auf.
Typische Probleme
Überdosiertes Mittel hinterlässt klebrige Rückstände, an denen neuer Schmutz haftet. Zu viel Wasser kann in Fugen, Kanten und Holzbeläge eindringen. In einem Treppenhaus in Kiel, das im Winter viel Streusalz abbekommt, empfiehlt sich etwa ein Mittel, das Salzränder löst, und ein häufigerer Wasserwechsel. Rutschgefahr nach dem Wischen ist ein Thema der Verkehrssicherung, deshalb gehören Warnschilder zum Arbeitsgang.
Fragen zum Begriff — kurz beantwortet
Wann reicht Feuchtwischen nicht mehr?
Sobald Flecken, Fußspuren oder angetrockneter Schmutz sichtbar sind. Dann braucht es Lösung und etwas Einwirkung, also Nasswischen.
Desinfiziert Nasswischen den Boden?
Nur, wenn ein geeignetes Desinfektionsmittel verwendet und richtig dosiert wird. Das ist dann eine desinfizierende Reinigung und sollte im Hygieneplan festgelegt sein.
Wie lange bleibt der Boden nach dem Nasswischen rutschig?
Bei richtiger Dosierung und Feuchtigkeit nur kurz. Raumklima, Belag und Mopp-Feuchte beeinflussen die Trocknungszeit.
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