
Glossar
pH-Wert
Sie können danach einordnen, warum der pH-Wert bei der Wahl des Reinigungsmittels eine Schlüsselrolle spielt und welche Fehler sich vermeiden lassen.
Definition
Der pH-Wert ist ein Maß dafür, wie sauer oder basisch eine wässrige Lösung ist. Die übliche Skala reicht von 0 bis 14. Der Wert 7 gilt als neutral, so wie reines Wasser. Werte darunter sind sauer, Werte darüber alkalisch, also basisch. Die Skala ist logarithmisch: Ein Schritt um eine Stufe bedeutet eine zehnfache Änderung. Ein Mittel mit pH 11 ist daher deutlich stärker alkalisch als eines mit pH 9, nicht nur ein wenig.
In der Gebäudereinigung dient der pH-Wert als schnelle Orientierung. Er verrät viel darüber, welche Verschmutzung ein Produkt löst und welche Oberflächen es angreifen kann.
Bereiche und typische Anwendungen
| Bereich | Produktgruppe | Löst vor allem | Vorsicht bei |
|---|---|---|---|
| deutlich unter 7 | saure Reiniger | Kalk, Urinstein, Rost, Zementschleier | Marmor, Kalkstein, Terrazzo, Fugenmörtel |
| um 7 | Neutralreiniger | leichte, alltägliche Verschmutzung | kaum Einschränkungen |
| leicht über 7 | Unterhaltsreiniger | Alltagsschmutz mit etwas Fett | empfindliche Oberflächen nach Herstellerangabe |
| deutlich über 7 | alkalische Reiniger, Grundreiniger | Fett, Öl, Eiweiß, alte Pflegefilme | Linoleum, Aluminium, lackierte Flächen |
Worauf es in der Praxis ankommt
- Angegeben wird der pH-Wert meist für das Konzentrat und für die Anwendungslösung. Für die Wirkung auf der Fläche zählt die Gebrauchslösung nach Verdünnung.
- Je weiter ein Mittel vom Neutralpunkt entfernt ist, desto wichtiger werden Hautschutz und Augenschutz. Angaben dazu stehen im Sicherheitsdatenblatt.
- Saure und chlorhaltige Produkte dürfen nie gemischt werden, weil dabei gefährliche Gase entstehen können.
- Ein Wechsel zwischen stark sauer und stark alkalisch ohne gründliches Klarspülen kann Rückstände und Reaktionen auf der Fläche hinterlassen.
Der pH-Wert ist nur einer von mehreren Faktoren. Wie gut ein Mittel wirkt, hängt auch von Mechanik, Temperatur und Zeit ab, beschrieben im Sinnerschen Kreis.
Praxisbeispiel
Im Eingangsbereich eines Mehrfamilienhauses in Lübeck liegt ein heller Kalksteinboden mit Kalkflecken vom Gießwasser der Pflanzkübel. Der Griff zum Kalklöser liegt nahe, wäre aber falsch: Ein saurer Reiniger greift den Stein selbst an und hinterlässt matte Stellen. Richtig ist hier ein steinverträgliches, nicht saures Mittel mit mehr Mechanik und Geduld. Im Sanitärraum desselben Hauses dagegen ist ein saures Produkt auf Fliesen und Keramik genau richtig, um Kalk an Armaturen zu entfernen.
Mehr zur Pflege solcher Böden lesen Sie im Ratgeber Naturstein im Eingang pflegen. Bei Unsicherheit über den Belag hilft ein Test an unauffälliger Stelle.
Staffclean stimmt die Mittelwahl in der Unterhaltsreinigung auf die jeweiligen Beläge im Objekt ab.
Fragen zum Begriff — kurz beantwortet
Ist ein neutraler pH-Wert immer die beste Wahl?
Für die tägliche Reinigung oft ja, weil Neutralreiniger materialschonend sind. Gegen Kalk, Fett oder alte Pflegeschichten reichen sie aber nicht aus. Dann braucht es gezielt ein saures oder alkalisches Produkt.
Wie misst man den pH-Wert?
Mit Indikatorstreifen oder einem elektronischen Messgerät. Im Reinigungsalltag liest man den Wert meist aus dem Produktdatenblatt ab und misst nur bei Unklarheiten nach.
Sind alkalische Mittel gefährlicher als saure?
Beide können in hoher Konzentration Haut und Augen schädigen. Entscheidend sind Wert, Konzentration und die Schutzmaßnahmen laut Sicherheitsdatenblatt.
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