
Glossar
Naturstein
Welche Natursteine in Gebäuden liegen, warum die Gesteinsart über das Reinigungsmittel entscheidet und wie man Flecken und Ätzspuren vorbeugt.
Begriff
Naturstein ist Gestein, das im Steinbruch gewonnen und zu Platten, Stufen oder Fensterbänken verarbeitet wird – im Gegensatz zu künstlich hergestellten Belägen wie Fliesen oder Betonwerkstein. In Gebäuden findet man Naturstein in Eingangshallen, Treppenhäusern, auf Fensterbänken, in Sanitärräumen und auf Außentreppen.
Für die Reinigung hat sich eine einfache Einteilung bewährt: Es gibt kalkhaltige Gesteine wie Marmor, Kalkstein oder Travertin und silikatische Gesteine wie Granit, Gneis, Quarzit oder Schiefer. Kalkhaltige Steine reagieren auf Säure, silikatische sind dagegen deutlich widerstandsfähiger.
Reinigungsmittel nach Gesteinsart
| Gesteinsgruppe | Beispiele | Ungeeignet |
|---|---|---|
| Kalkhaltig | Marmor, Jura-Kalkstein, Travertin, Solnhofener Platten | saure Reiniger, Essig, Zitronensäure, Urinsteinlöser |
| Silikatisch | Granit, Gneis, Quarzit | stark ölhaltige Mittel, die Flecken bilden |
| Schiefer | Bodenplatten, Fensterbänke | Scheuermittel, die die Spaltfläche aufrauen |
Im Alltag reicht für die meisten Steine ein pH-neutraler oder schwach alkalischer Steinreiniger. Viele Steinpflegemittel arbeiten mit Seifen, die beim Wischen einen dünnen Schutz hinterlassen. Säuren gehören auf kalkhaltigen Stein grundsätzlich nicht – auch nicht der „schnelle“ Kalkentferner im Sanitärbereich, siehe saurer Reiniger.
Schutz, Schäden und Praxis
Offenporiger Stein nimmt Öl, Kaffee oder Rotwein auf. Eine Imprägnierung verlangsamt das Eindringen, ersetzt aber nicht das zügige Aufnehmen von Verschüttetem. Polierter Marmor und Kalkstein können durch Kristallisation oder Polieren wieder Glanz bekommen; das ist eine Spezialarbeit mit Probefläche.
Im Winter belasten Streusalz und Schmelzwasser Eingangsbereiche aus Stein. Weiße Ränder sind häufig Salzrückstände, die sich mit geeignetem Reiniger lösen lassen, siehe Salzränder auf Stein und Fliesen. Weitere Hinweise gibt der Ratgeber Naturstein im Eingang pflegen.
Beispiel: Im Foyer eines Verwaltungsgebäudes in Flensburg zeigen die hellen Kalksteinplatten matte Flecken neben dem Getränkeautomaten. Es sind Ätzspuren von verschütteter Limonade. Sie lassen sich nicht wegwischen, sondern nur durch Nachschleifen und Polieren angleichen. Staffclean klärt bei Natursteinflächen vor der Grundreinigung die Gesteinsart und arbeitet zuerst an einer Probefläche.
Fragen zum Begriff — kurz beantwortet
Wie finde ich heraus, ob mein Stein kalkhaltig ist?
Am sichersten über die Bauunterlagen oder den Steinmetz. Ein Tropfen verdünnter Säure an verdeckter Stelle schäumt auf Kalkstein auf. Diesen Test sollte nur jemand machen, der die Folgen kennt.
Darf man Naturstein mit Essigreiniger putzen?
Auf kalkhaltigem Stein nicht. Essig greift die Oberfläche an und hinterlässt matte Stellen. Auf silikatischem Stein richtet er weniger Schaden an, notwendig ist er dort aber auch nicht.
Muss Naturstein imprägniert werden?
Nicht jeder. Bei offenporigen, hellen Steinen in Küchen oder Eingängen kann eine Imprägnierung sinnvoll sein. Ob sie hält und das Aussehen verändert, zeigt eine Probefläche.
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