
Glossar
Rutschhemmung
Wie die Rutschhemmung von Böden eingeteilt wird, wo welche Anforderungen gelten und welche Rolle Reinigung und Pflege für die Trittsicherheit spielen.
Begriff
Rutschhemmung beschreibt, wie gut ein Bodenbelag ein Ausrutschen verhindert. Sie hängt von der Oberfläche des Belags ab, aber auch von dem, was darauf liegt: Wasser, Fett, Staub, Laub oder Rückstände von Pflegemitteln. Ein Boden, der neu sehr griffig war, kann durch falsche Pflege seine Trittsicherheit verlieren.
Für Arbeitsstätten beschreibt die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.5 „Fußböden“ die Anforderungen. Sie hat frühere Regeln der Unfallversicherung zu Arbeitsbereichen mit Rutschgefahr und zu nassbelasteten Barfußbereichen aufgenommen.
Bewertungsgruppen und Barfußklassen
Für Bereiche, die mit Schuhen begangen werden, gibt es nach DIN 51130 fünf Bewertungsgruppen von R 9 bis R 13. R 9 steht für die geringsten, R 13 für die höchsten Anforderungen an die Rutschhemmung. Für nassbelastete Barfußbereiche wie Umkleiden, Duschen oder Schwimmbadumgänge gilt eine eigene Einteilung nach DIN 51097 in die Klassen A, B und C.
| Einteilung | Prüfung mit | Typische Bereiche |
|---|---|---|
| R 9 bis R 10 | Schuh | Eingänge, Flure, Sozialräume, Teeküchen |
| R 11 bis R 12 | Schuh | Großküchen, Werkstätten, Lager mit Nässe |
| R 13 | Schuh | Bereiche mit viel Fett oder Öl in der Produktion |
| A, B, C | nackter Fuß | Umkleiden, Duschen, Beckenumgänge |
Die Tabelle zeigt nur eine grobe Orientierung. Welche Gruppe ein bestimmter Raum braucht, ergibt sich aus der ASR und der Gefährdungsbeurteilung des Betreibers, nicht aus der Reinigung.
Einfluss von Reinigung und Pflege
- Pflegefilme und Wischpflege können die Struktur eines rutschhemmenden Belags auffüllen und ihn glatter machen.
- Restfeuchte nach dem Wischen ist eine häufige Sturzursache; Warnschilder und abschnittsweises Arbeiten helfen.
- Fett- und Seifenfilme in Küchen und Duschen senken die Griffigkeit deutlich.
- Profilierte Fliesen brauchen Bürsten oder Maschinen, ein Flachmopp erreicht die Vertiefungen kaum.
- Bei Eingängen hält eine gute Sauberlaufzone Nässe und Splitt vom Innenboden fern.
Für rutschhemmende Beläge gilt deshalb: Reinigungsmittel und Verfahren müssen zum Belag passen. Filmbildende Produkte sind dort meist ungeeignet. Bei profilierten Böden kommt häufig das Scheuersaugen zum Einsatz.
Praxisbeispiel und Abgrenzung
In einer Kantinenküche in Itzehoe beklagen Beschäftigte, dass der Boden „schmierig“ geworden sei. Die Ursache ist kein neuer Belag, sondern ein Fettfilm, der beim täglichen Wischen nur verteilt wurde. Eine Grundreinigung mit passendem Reiniger und die Umstellung der Unterhaltsreinigung auf maschinelles Scheuern bringen die Griffigkeit zurück.
Rutschhemmung ist eine Eigenschaft des Belags; die Verkehrssicherungspflicht beschreibt dagegen die Pflicht des Betreibers, Gefahren abzuwenden. Mehr zu Belägen unter Bodenbelag und im Ratgeber Bodenpflege nach Belag. Staffclean reinigt solche Flächen in der Unterhaltsreinigung und in der Industriereinigung.
Fragen zum Begriff — kurz beantwortet
Wer legt fest, welche R-Gruppe ein Raum braucht?
Der Betreiber der Arbeitsstätte im Rahmen seiner Gefährdungsbeurteilung, orientiert an der ASR A1.5. Die Reinigungsfirma muss mit dem vorhandenen Belag so umgehen, dass die Rutschhemmung erhalten bleibt.
Kann Reinigung einen Boden rutschiger machen?
Ja. Rückstände von Pflegemitteln, falsch dosierte Reiniger oder ein nur verteilter Fettfilm senken die Griffigkeit. Gründliches Entfernen statt Verteilen ist entscheidend.
Was bedeuten die Klassen A, B und C?
Sie beschreiben die Rutschhemmung für nassbelastete Barfußbereiche, etwa Duschen oder Umkleiden. C steht dabei für die höchsten Anforderungen.
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