
Glossar
Gefährdungsbeurteilung
Was eine Gefährdungsbeurteilung ist, wer sie erstellt und welche Gefährdungen in der Gebäudereinigung dazugehören.
Rechtliche Grundlage
Die Gefährdungsbeurteilung ist das zentrale Werkzeug des Arbeitsschutzes. Nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) muss der Arbeitgeber ermitteln, welche Gefährdungen mit der Arbeit seiner Beschäftigten verbunden sind und welche Schutzmaßnahmen daraus folgen. Bei gleichartigen Arbeitsbedingungen genügt die Beurteilung eines Arbeitsplatzes oder einer Tätigkeit.
Nach § 6 ArbSchG muss der Arbeitgeber Unterlagen haben, aus denen Ergebnis, festgelegte Maßnahmen und das Ergebnis der Überprüfung hervorgehen. Für die Reinigung bedeutet das: Die Reinigungsfirma beurteilt die Arbeit ihrer eigenen Beschäftigten, auch wenn diese im Gebäude eines Kunden tätig sind.
Typische Gefährdungen in der Reinigung
| Gefährdung | Beispiel | Mögliche Maßnahme |
|---|---|---|
| Rutschen und Stolpern | nasse Böden, Kabel, Treppen | Warnschilder, geeignetes Schuhwerk, Bereiche abschnittsweise wischen |
| Hautbelastung | Feuchtarbeit, Reinigungsmittel | Hautschutzplan, passende Handschuhe |
| Chemische Einwirkung | Grund- und Sanitärreiniger | Dosiersysteme, Betriebsanweisung, Lüftung |
| Biologische Einwirkung | Sanitärbereiche, Praxisabfälle | Schutzhandschuhe, Hygieneregeln |
| Absturz | Arbeiten an hohen Fenstern | geeignete Steigtechnik oder Teleskopstangen |
| Körperliche Belastung | Tragen, Bücken, Maschinenführung | ergonomische Geräte, Wechsel der Tätigkeiten |
| Alleinarbeit | Reinigung am Abend in leeren Gebäuden | Meldeweg, Notfallregelung |
Auch psychische Belastungen, etwa durch Zeitdruck oder ungünstige Arbeitszeiten, gehören nach dem Gesetz in die Beurteilung.
Die Rolle des Auftraggebers
Arbeiten Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber an einem Ort, müssen diese nach § 8 ArbSchG zusammenarbeiten und sich gegenseitig über Gefahren unterrichten. Der Auftraggeber kennt sein Gebäude am besten: Baustellen im Haus, Labore, Maschinen, Bereiche mit besonderen Zutrittsregeln. Diese Informationen braucht die Reinigungsfirma für ihre Beurteilung.
Beispiel: Eine Halle in Itzehoe wird abends gereinigt, während eine Anlage im Probebetrieb läuft. Erst durch den Hinweis des Betreibers wird klar, dass ein Bereich gesperrt bleiben muss. Mehr dazu im Ratgeber Arbeitsschutz-Koordination.
Abgrenzung und weitere Begriffe
Aus der Gefährdungsbeurteilung folgen weitere Bausteine: die Betriebsanweisung für Gefahrstoffe und Maschinen, die Unterweisung der Beschäftigten und die Auswahl der persönlichen Schutzausrüstung. Sie ist kein einmaliges Papier, sondern wird bei neuen Objekten, Mitteln oder Verfahren angepasst. Staffclean beurteilt diese Punkte vor Beginn neuer Aufträge, etwa in der Industriereinigung.
Fragen zum Begriff — kurz beantwortet
Muss der Auftraggeber die Gefährdungsbeurteilung der Reinigungsfirma erstellen?
Nein. Jeder Arbeitgeber beurteilt die Arbeit seiner eigenen Beschäftigten. Der Auftraggeber muss aber über Gefahren in seinem Betrieb informieren und mit der Reinigungsfirma zusammenarbeiten.
Wie oft wird eine Gefährdungsbeurteilung aktualisiert?
Immer dann, wenn sich etwas ändert, etwa neue Mittel, Geräte, Objekte oder Arbeitszeiten. Auch nach Unfällen oder Beinahe-Unfällen sollte sie überprüft werden.
Gehören psychische Belastungen dazu?
Ja. Das Arbeitsschutzgesetz nennt psychische Belastungen bei der Arbeit ausdrücklich als mögliche Gefährdung.
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