Glossar

Beschichtung

Sie erfahren, was Reinigungsfachleute unter einer Bodenbeschichtung verstehen, wie sie aufgetragen wird und wann sie erneuert werden muss.

2 Min. LesezeitStand: 8. Oktober 2026Redaktion Staffclean

Bedeutung in der Gebäudereinigung

Unter einer Beschichtung versteht man in der Gebäudereinigung einen geschlossenen Schutzfilm, der auf einen Hartboden aufgetragen wird und sich später wieder entfernen lässt. Meist handelt es sich um eine wasserbasierte Polymerdispersion, die in mehreren dünnen Schichten aufgebracht wird. Die Beschichtung nimmt Abrieb, Kratzer und Schmutz auf, bevor sie den eigentlichen Belag erreichen. Ist sie verbraucht, wird sie mit einem Grundreiniger abgetragen und neu aufgebaut.

Im Bau und in der Industrie bezeichnet „Beschichtung“ dagegen oft dauerhafte Bodensysteme, etwa aus Epoxidharz. Diese Bedeutung ist hier nicht gemeint. Ein Epoxidharzboden ist ein eigener Bodenaufbau.

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

BegriffMaterialEntfernbarTypischer Einsatz
WischpflegePflegestoffe im Wischwasserja, bei Grundreinigunglaufende Pflege
BeschichtungPolymerdispersion, mehrschichtigja, mit Grundreinigerelastische Beläge, Stein mit Eignung
Versiegelungreaktive Systeme, etwa Polyurethannur durch SchleifenParkett, manche elastische Beläge
Imprägnierungdringt in poröse Oberflächen einkein Film an der OberflächeNaturstein, Fugen, Beton

So wird eine Beschichtung aufgebaut

  • Grundreinigung bis auf den reinen Belag, alle alten Pflegereste entfernen
  • Gründlich neutralisieren und mit klarem Wasser nachwischen
  • Fläche vollständig trocknen lassen, Raumtemperatur und Luftfeuchte beachten
  • Erste dünne Schicht gleichmäßig mit Auftragsgerät oder Flachmopp aufbringen
  • Nach Trocknung weitere Schichten auftragen, meist zwei bis drei
  • Je nach Produkt anschließend polieren, damit der Film dichter und glänzender wird

Während Auftrag und Trocknung darf der Raum nicht begangen werden. Deshalb plant man Beschichtungen in Ferienzeiten, an Wochenenden oder in Abschnitten. Bei neuen Belägen spricht man auch von Einpflege.

Praxisbeispiel

Ein Supermarkt in Norderstedt hat einen hellen PVC-Boden im Verkaufsraum. Der Kundenverkehr mit Einkaufswagen und Sand von draußen beansprucht ihn stark. Nach einer Grundreinigung über Nacht wird eine strapazierfähige Beschichtung in mehreren Schichten aufgebaut. Im Alltag wird mit der Scheuersaugmaschine gereinigt, gelegentlich wird mit Hochgeschwindigkeit poliert. Kratzer und Laufspuren treffen damit zuerst den Film, nicht den Belag. Ist der Film in den Hauptgängen abgetragen, wird nur dort aufgefrischt, bevor eine komplette Neubeschichtung nötig ist.

Mehr zu Bodenarten lesen Sie im Ratgeber Ladenreinigung im Handel. Beschichtungen gehören bei Staffclean zur Grund- und Sonderreinigung.

Fragen zum Begriff — kurz beantwortet

Ist jeder Boden beschichtbar?

Nein. Offenporige Steine, unversiegeltes Holz und manche werkseitig vergüteten Beläge sind nicht oder nur mit Spezialprodukten geeignet. Die Herstellerangaben zum Belag geben den Ausschlag.

Macht eine Beschichtung den Boden rutschig?

Eine geeignete und richtig aufgetragene Beschichtung sollte die Trittsicherheit nicht verschlechtern. Überdosierung, falsche Produkte oder Rückstände können das aber. In sensiblen Bereichen sollte die Rutschhemmung im Blick bleiben.

Wie lange hält eine Beschichtung?

Das hängt stark von Begehung, Schmutzeintrag und Pflege ab. Eine gute Sauberlaufzone und passende Unterhaltsreinigung verlängern die Haltbarkeit deutlich.

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