
Glossar
Einpflege
Der Schritt, mit dem ein Hartboden nach Verlegung oder Grundreinigung seinen ersten belastbaren Schutzfilm erhält.
Was Einpflege bedeutet
Unter Einpflege versteht man das erstmalige Aufbringen eines Pflegefilms auf einen sauberen, rückstandsfreien Boden. Typische Anlässe sind ein frisch verlegter Belag nach der Bauendreinigung oder eine Fläche, deren alter Film bei einer Grundreinigung vollständig entfernt wurde. Der neue Film schützt vor Schmutz, Abrieb und Feuchtigkeit und erleichtert die spätere Unterhaltsreinigung.
Verwendet werden meist Pflegemittel auf Basis einer Polymerdispersion, die in dünnen Schichten aufgetragen werden. Manche Beläge sind ab Werk vergütet; dann richtet sich die Frage, ob und womit eingepflegt wird, nach den Angaben des Herstellers.
Ablauf
- Boden vollständig reinigen, Bauschmutz, Kleberreste und alte Filme entfernen
- Gründlich nachspülen und vollständig trocknen lassen
- Pflegemittel in dünner, gleichmäßiger Schicht mit Mopp oder Applikator auftragen
- Trocknung abwarten, dann je nach Produkt eine oder mehrere weitere Schichten
- Fläche erst nach der vom Hersteller genannten Zeit wieder freigeben und Möbel vorsichtig zurückstellen
- Bei Bedarf anschließend polieren
In einem neu bezogenen Ärztehaus in Bad Segeberg etwa wird der Linoleumboden nach der Baufeinreinigung eingepflegt, bevor die ersten Patienten kommen. So bleibt Straßenschmutz der ersten Wochen nicht in der offenen Oberfläche hängen.
Abgrenzung
| Begriff | Was passiert | Wann |
|---|---|---|
| Einpflege | erster Schutzfilm auf sauberen Boden | nach Verlegung oder Grundreinigung |
| Wischpflege | laufende Auffrischung über das Wischwasser | in der Unterhaltsreinigung |
| Cleanern | Ausbessern und Reinigen in einem Gang | Zwischenpflege |
| Beschichtung | dauerhafter, belastbarer Schutz, oft mehrschichtig | nach Bedarf, längere Standzeit |
| Versiegelung | dauerhafte, fest haftende Schicht | bei geeigneten Belägen |
Die Grenzen zwischen Einpflege und Beschichtung sind fließend und werden je nach Hersteller unterschiedlich benannt. Wichtig ist, im Vertrag klar zu beschreiben, welches Produkt mit wie vielen Schichten vorgesehen ist.
Häufige Fehler
Wird auf einen nicht vollständig sauberen Boden eingepflegt, schließt der Film Schmutz und Rückstände ein, die später kaum zu entfernen sind. Zu dick aufgetragene Schichten trocknen ungleichmäßig und werden fleckig. Ebenso ungünstig ist es, die Fläche zu früh zu begehen oder Möbel darüber zu ziehen. Ein klar geplantes Zeitfenster vor dem Einzug verhindert die meisten Probleme.
Fragen zum Begriff — kurz beantwortet
Muss jeder neue Boden eingepflegt werden?
Nicht jeder. Manche Beläge haben eine werkseitige Oberflächenvergütung, für die der Hersteller eigene Pflegehinweise gibt. Diese Angaben sind maßgeblich.
Wie lange dauert eine Einpflege?
Das hängt von Fläche, Anzahl der Schichten und Trocknungszeiten ab. Bei der Terminplanung sollte genügend Zeit eingeplant werden, bevor die Räume wieder genutzt werden.
Was passiert, wenn man auf die Einpflege verzichtet?
Bei offenporigen Belägen dringt Schmutz leichter ein, und der Boden lässt sich schwerer reinigen. Das kann die Lebensdauer verkürzen und eine frühere Grundreinigung nötig machen.
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