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Schulreinigung: was Klassenräume, Flure und Toiletten wirklich brauchen

Sie wissen danach, wie sich eine Schule in Raumgruppen gliedert, welche Intervalle sich bewähren und worauf Schulträger bei der Vergabe achten sollten.

8 Min. LesezeitStand: 8. Oktober 2026Redaktion Staffclean

Eine Schule ist kein großes Büro

Wer eine Schule reinigen lässt, hat es mit einem Gebäude zu tun, das an Schultagen von Hunderten Menschen gleichzeitig genutzt wird – und das in wenigen Stunden. Morgens strömen Schülerinnen und Schüler mit nassen Schuhen durch den Eingang, in den Pausen sind Flure und Toiletten voll, nachmittags laufen Ganztag, AGs und Vereinssport. Danach bleibt meist nur ein kurzes Zeitfenster am späten Nachmittag oder frühen Abend, in dem die Schulreinigung erledigt werden muss.

Dazu kommt die besondere Zusammensetzung der Räume: Klassenzimmer mit Tischen, Stühlen und Tafeln, Fachräume für Chemie, Biologie oder Kunst, Werkräume, Mensa, Lehrerzimmer, Verwaltung, Bibliothek und häufig eine Sporthalle. Jede dieser Raumgruppen verschmutzt anders und braucht ein eigenes Reinigungsmaß. Wer alles über einen Kamm schert, reinigt an manchen Stellen zu viel und an anderen zu wenig.

Rechtlicher Rahmen: Hygieneplan und Norm

Schulen gehören nach § 33 Infektionsschutzgesetz zu den Gemeinschaftseinrichtungen. § 36 Abs. 1 IfSG verpflichtet solche Einrichtungen, innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene in einem Hygieneplan festzulegen; sie unterliegen der infektionshygienischen Überwachung durch das Gesundheitsamt. Den Plan verantwortet die Schule beziehungsweise der Schulträger. Die Reinigungsfirma setzt die Teile um, die ihr übertragen sind, und sollte die gültige Fassung vor dem ersten Einsatz kennen.

Als fachliche Orientierung gibt es die DIN 77400 „Reinigungsdienstleistungen – Schulgebäude – Anforderungen an die Reinigung“. Sie beschreibt, welche Anforderungen an die Reinigung von Schulgebäuden gestellt werden. Die Norm ist nicht automatisch verbindlich; sie wird es erst, wenn der Vertrag oder die Ausschreibung ausdrücklich auf sie verweist. Wer sie einbeziehen will, sollte den Normtext selbst vorliegen haben und genau festlegen, welche Teile gelten sollen.

Raumgruppen und sinnvolle Intervalle

Der Schlüssel zu einer guten Schulreinigung ist ein sauber gegliedertes Leistungsverzeichnis. Statt pauschal „täglich alles“ zu schreiben, werden die Räume nach Nutzung zusammengefasst. Die folgende Übersicht zeigt eine praxisübliche Ausgangslage, die je nach Schulform, Ganztag und Belegung angepasst wird.

RaumgruppeTypische BelastungÜbliches Grundintervall
Toiletten und Waschräumehoch, hygienisch sensibelan jedem Schultag
Eingänge, Foyer, TreppenNässe, Sand, Streugutan jedem Schultag
KlassenräumePapier, Krümel, Bodenschmutztäglich bis jeden zweiten Schultag
Fachräume NaturwissenschaftArbeitsflächen, Rückständenach Nutzung, mit Lehrkraft abgestimmt
Mensa und SpeiseraumEssensreste, Tische, Bodenan jedem Tag mit Essensausgabe
Lehrerzimmer und Verwaltungbüroähnlichzwei- bis dreimal pro Woche
Bibliothek, Musikraum, Lagergeringwöchentlich

Wie man Intervalle grundsätzlich herleitet und begründet, beschreibt der Ratgeber Reinigungsintervalle festlegen. Für Schulen gilt zusätzlich: Unterrichtsfreie Tage, Projektwochen und Prüfungszeiten verändern die Belastung deutlich. Ein guter Plan sieht dafür Abweichungen vor, statt starr weiterzulaufen.

Klassenräume: Stühle hoch, Boden frei

Im Klassenraum entscheidet die Vorbereitung über das Ergebnis. Wenn am Ende der letzten Stunde die Stühle auf die Tische gestellt werden, kann der Boden in einem Zug feucht gewischt werden. Stehen Stühle, Ranzen und Sportbeutel herum, schafft keine Reinigungskraft im knappen Zeitfenster eine gründliche Fläche. Diese Absprache gehört in die Schulordnung oder wenigstens in eine klare Bitte an die Lehrkräfte.

Zum Leistungsumfang gehören üblicherweise: Papierkörbe leeren, Wertstoffe nach dem System der Schule trennen, Boden kehren oder saugen und feucht wischen, Tischoberflächen in festgelegtem Rhythmus abwischen, Waschbecken im Klassenraum reinigen, Griffspuren an Türen entfernen. Tafeln und interaktive Displays sind ein häufiger Streitpunkt – ob und womit sie gereinigt werden, sollte ausdrücklich geregelt sein, weil Bildschirme empfindliche Oberflächen haben.

  • Stühle hochstellen ist Aufgabe der Klasse, nicht der Reinigung – schriftlich festhalten.
  • Persönliche Gegenstände bleiben auf den Tischen unberührt.
  • Tafeln und Displays nur nach Vorgabe des Herstellers und nur, wenn beauftragt.
  • Kaugummi unter Tischen ist eine Sonderleistung und wird gesondert vereinbart.
  • Defekte Mobiliarteile meldet die Reinigungskraft, repariert sie aber nicht.

Sanitärbereiche: der Gradmesser für Zufriedenheit

Nichts prägt den Eindruck einer Schule bei Eltern und Kindern so sehr wie der Zustand der Toiletten. Schülertoiletten werden stark beansprucht, teils auch zweckentfremdet. Deshalb ist hier eine tägliche, gründliche Reinigung Pflicht: WC-Becken, Urinale, Waschbecken, Armaturen, Spiegel, Trennwände, Türgriffe, Spender und Boden. Für Kontaktflächen wie Spülknöpfe, Türklinken und Spender empfiehlt sich ein fester Arbeitsgang, weil hier viele Hände greifen.

Bewährt hat sich ein Farbsystem für Tücher und Eimer, damit Tücher aus dem Toilettenbereich nie an Waschbecken oder Tische gelangen. Wie das funktioniert, zeigt der Beitrag zum Farbsystem für Reinigungstücher. Ob über die Reinigung hinaus desinfiziert wird, legt der Hygieneplan fest. Im Alltag reicht in Schulen in aller Regel eine gründliche Reinigung; gezielte Desinfektion kommt bei Ausbruchsgeschehen oder Verunreinigungen mit Erbrochenem oder Blut in Frage.

Ein praktischer Tipp aus dem Alltag: Wenn in einer großen Schule die Toiletten schon zur zweiten Pause wieder stark verschmutzt sind, lohnt eine kurze Zwischenkontrolle am Vormittag – etwa Papier und Seife auffüllen und grobe Verschmutzungen beseitigen. Das kann der Hausmeister übernehmen oder eine Reinigungskraft im Tagesdienst.

Fachräume, Mensa und Sporthalle

Chemie- und Biologieräume haben Arbeitsflächen, Abzüge und Spülbecken, an denen Rückstände aus dem Unterricht liegen können. Die Reinigungskraft wischt Flächen und Boden, räumt aber keine Chemikalien, Geräte oder Präparate weg. Das bleibt Sache der Fachlehrkraft. Im Kunst- und Werkraum gehören Farbspritzer, Ton und Holzstaub zum Alltag; hier wird oft ein höherer Reinigungsaufwand vereinbart oder die Klasse räumt grob selbst auf.

In der Mensa gelten die Regeln der Lebensmittelhygiene für den Küchen- und Ausgabebereich. Welche Flächen die Küchenkräfte selbst reinigen und welche die Reinigungsfirma übernimmt, muss klar abgegrenzt sein – sonst bleiben zum Beispiel Tischunterseiten oder Heizkörper hinter der Ausgabe dauerhaft liegen. Die Sporthalle ist ein eigenes Thema mit eigenem Boden und Duschen; Hinweise dazu stehen im Ratgeber Sporthallen und Umkleiden reinigen.

Ferien nutzen: Grundreinigung und Bodenpflege

Die laufende Unterhaltsreinigung hält eine Schule im Alltag sauber, ersetzt aber keine gründliche Aufarbeitung. Dafür sind die Sommerferien der natürliche Zeitpunkt: Klassenräume werden ausgeräumt, Böden einer Grundreinigung unterzogen und bei Bedarf neu eingepflegt, Heizkörper, Lampen, Fensterbänke und Türen gründlich gereinigt. Was dabei zu bedenken ist, beschreibt der Blogbeitrag zur Grundreinigung in den Sommerferien.

Die Ferienreinigung sollte früh mit Hausmeister und Schulleitung geplant werden, weil in dieser Zeit oft auch Handwerker, Malerarbeiten oder IT-Umbauten anstehen. Eine sinnvolle Reihenfolge ist: erst die Handwerker, dann die Grundreinigung, zuletzt das Einräumen. Kürzere Ferien im Herbst oder an Ostern eignen sich für Teilbereiche wie Treppenhäuser, Mensa oder Fenster – Hinweise zur Fensterplanung gibt der Ratgeber Fensterreinigung im richtigen Intervall.

Grippezeit und Magen-Darm-Wellen

Im Winterhalbjahr häufen sich Erkältungen und Magen-Darm-Infekte. Dann kommt es darauf an, dass Schule und Reinigungsfirma schnell zusammenarbeiten. Bewährt hat sich ein vorher abgestimmter Ablauf: Die Schule meldet ein gehäuftes Auftreten, die Reinigung stellt für eine festgelegte Zeit auf ein verstärktes Programm um – häufiger Toiletten und Kontaktflächen, bei Bedarf mit einem Desinfektionsmittel nach Vorgabe des Hygieneplans oder des Gesundheitsamts. Was bei Noroviren im Schulalltag hilft, steht im Beitrag zur Norovirus-Zeit in Kita und Schule.

Wichtig: Die Entscheidung über besondere Hygienemaßnahmen trifft nicht die Reinigungsfirma, sondern die Schule in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt. Die Firma sollte aber vorbereitet sein und die nötigen Mittel und eine Kurzunterweisung für ihre Kräfte parat haben.

Vergabe und Qualitätskontrolle

Öffentliche Schulträger vergeben die Reinigung häufig per Ausschreibung, private Schulen oft direkt. In beiden Fällen gilt: Je genauer Räume, Flächen, Bodenbeläge und Intervalle beschrieben sind, desto vergleichbarer werden die Angebote. Eine gemeinsame Begehung vor Abgabe ist sinnvoll, weil Treppenhäuser, Fluchtwege und Nebenräume auf Plänen oft anders aussehen als in der Wirklichkeit.

Für die laufende Kontrolle empfehlen sich regelmäßige gemeinsame Rundgänge von Hausmeister und Objektleitung, ein einfaches Mängelbuch oder digitales Meldesystem und eine feste Ansprechperson auf beiden Seiten. Mängel werden konkret benannt – Raum, Fläche, Datum – und zügig nachgearbeitet. Wie eine faire Qualitätsprüfung aufgebaut ist, beschreibt der Ratgeber Qualitätskontrolle in der Reinigung.

  • Raumbuch mit Fläche, Belag und Nutzung je Raum bereitstellen.
  • Zeitfenster für die Reinigung verbindlich festlegen, auch für Ganztag und Vereine.
  • Schließ- und Alarmregelung klären, bevor der erste Einsatz läuft.
  • Ferienreinigung als eigenen Leistungsteil beschreiben.
  • Ansprechpartner und Meldeweg für Mängel festhalten.

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Häufige Fragen — kurz beantwortet

Wann wird eine Schule am besten gereinigt?

Meist am Nachmittag oder frühen Abend, wenn Unterricht und Ganztag beendet sind. Wo Vereine die Räume abends nutzen, kann auch der frühe Morgen sinnvoll sein. Entscheidend ist ein verbindlich vereinbartes Zeitfenster.

Ist die DIN 77400 für Schulen Pflicht?

Nein, eine DIN-Norm wird erst verbindlich, wenn der Vertrag oder die Ausschreibung ausdrücklich auf sie verweist. Sie kann aber als fachliche Orientierung für Anforderungen an die Schulreinigung dienen.

Wer erstellt den Hygieneplan einer Schule?

Die Schule beziehungsweise der Schulträger. Nach dem Infektionsschutzgesetz müssen Gemeinschaftseinrichtungen ihre Verfahren zur Infektionshygiene in Hygieneplänen festlegen. Die Reinigungsfirma setzt die ihr übertragenen Teile um.

Müssen Klassenräume täglich gereinigt werden?

Das hängt von Nutzung, Altersstufe und Bodenbelag ab. Toiletten und Eingänge brauchen in der Regel jeden Schultag eine Reinigung, Klassenräume oft täglich oder jeden zweiten Schultag. Das sollte im Leistungsverzeichnis begründet festgelegt werden.

Was gehört in die Ferienreinigung?

Typisch sind die Grundreinigung der Böden mit anschließender Pflege, gründliche Reinigung von Heizkörpern, Lampen, Türen und Fensterbänken sowie die Fensterreinigung. Die Abstimmung mit Handwerkern ist dabei besonders wichtig.

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