
Ratgeber · Objekte und Branchen
Physiotherapie- und Therapiepraxis sauber halten
Sie wissen danach, wie Sie die Reinigung einer Therapiepraxis zwischen Praxisteam und Reinigungsfirma aufteilen und worauf es bei Liegen, Trainingsgeräten, Umkleiden und Böden ankommt.
Was eine Therapiepraxis besonders macht
In einer Physiotherapie-, Ergotherapie- oder Logopädiepraxis haben Patientinnen und Patienten viel direkten Hautkontakt mit Flächen: Sie liegen auf Behandlungsliegen, greifen an Hanteln, Griffe und Sprossenwände, sitzen auf Matten und Bällen und ziehen sich in Umkleiden um. Anders als in einer Arztpraxis mit invasiven Eingriffen steht hier weniger das Instrument, sondern die Fläche mit Körperkontakt im Mittelpunkt.
Hinzu kommt der Betrieb: Viele Praxen behandeln im Takt von zwanzig bis dreißig Minuten, oft von früh morgens bis in den Abend. Für eine Reinigung bleibt wenig Zeit, und der Boden in Trainingsräumen und Fluren wird durch Straßenschuhe, Sportschuhe und Rollatoren stark beansprucht.
Daraus ergibt sich eine Zweiteilung, die in nahezu jeder Therapiepraxis sinnvoll ist: Was zwischen zwei Behandlungen anfällt, erledigt das Praxisteam. Was einmal täglich oder seltener anfällt, übernimmt die beauftragte Unterhaltsreinigung.
Aufteilung zwischen Praxisteam und Reinigungsfirma
Die Aufteilung sollte schriftlich feststehen, am besten im Hygieneplan der Praxis und im Leistungsverzeichnis der Reinigungsfirma gleichlautend. Ohne klare Regel bleiben gerade die Kleinigkeiten liegen, etwa das Gummiband am Trainingsgerät oder der Griff am Spiegel.
| Bereich | Praxisteam | Reinigungsfirma |
|---|---|---|
| Behandlungsliege | Auflage wechseln, Kontaktfläche nach jedem Patienten wischen | Liege komplett inkl. Gestell, Kopfteil und Verstellhebel |
| Kleingeräte, Bälle, Bänder | Nach Gebrauch nach Praxisvorgabe | Ablageflächen, Regale, Kisten außen |
| Trainingsgeräte | Griffe und Polster zwischen Nutzungen | Gerät, Rahmen, Boden darunter |
| Behandlungsräume | Aufräumen, Wäsche sammeln | Böden, Türen, Schalter, Waschbecken, Abfall |
| Umkleiden und Duschen | Sichtkontrolle tagsüber | Gründliche Reinigung, Bänke, Spinde außen, Abläufe |
| Toiletten | Bei Bedarf nachfüllen | Tägliche Sanitärreinigung, Spender auffüllen |
| Empfang und Wartebereich | Theke tagsüber nach Bedarf | Stühle, Böden, Türgriffe, Theke |
Die Tabelle ist ein Ausgangspunkt. Ob eine Fläche nur gereinigt oder desinfizierend gereinigt wird, legt die Praxis in ihrem Hygieneplan fest. Hilfreich ist der Ratgeber Hygieneplan und Reinigungsfirma.
Behandlungsliegen richtig reinigen
Die Liege ist das zentrale Möbel der Praxis und zugleich die Fläche mit dem engsten Kontakt. Meist wird sie mit einer Einmalauflage oder einem Laken abgedeckt, das nach jedem Patienten gewechselt wird. Trotzdem kommen Hände, Gesicht und Füße an Polster und Kopfteil – besonders am Gesichtsausschnitt.
Bei der täglichen Reinigung durch die Reinigungsfirma gehören neben der Polsteroberfläche auch die Teile dazu, die im Behandlungsalltag gern vergessen werden: das Gestell, die Fußschalter oder Verstellhebel, die Unterseite des Kopfteils und der Boden unter der Liege. Gerade unter elektrisch verstellbaren Liegen sammelt sich Staub.
- Bezugsmaterial beachten: Kunstleder verträgt nicht jedes Mittel. Alkoholhaltige Produkte können manche Bezüge auf Dauer spröde machen – die Herstellerangaben der Liege sind maßgeblich.
- Nähte und Ritzen: Hier setzen sich Massageöl und Lotion fest. Ein weiches Tuch und ein mildes Mittel lösen Rückstände, ohne den Bezug anzugreifen.
- Gesichtsausschnitt: Wird bei jeder Behandlung berührt und gehört deshalb in jeden Wischgang.
- Risse im Bezug: Lassen sich nicht mehr hygienisch reinigen. Die Reinigungsfirma sollte sie melden, damit der Bezug ersetzt wird.
Trainingsgeräte und Kleingeräte
Im Trainingsbereich einer Physiotherapiepraxis stehen Geräte, die in der Reinigung viel Aufmerksamkeit verlangen: Zugapparate, Ergometer, Laufbänder, Sprossenwände, Hanteln, Matten und Pezzibälle. Viele Teile haben Schweißkontakt an Griffen, Sitzen und Polstern.
Ein bewährtes Muster ist ein Wischtuch- oder Spraysystem direkt am Gerät, mit dem Patienten oder Therapeuten die Kontaktflächen nach jeder Nutzung abwischen. Die Reinigungsfirma reinigt die Geräte einmal täglich vollständig und kümmert sich um den Boden darunter, der beim Wischen der Flächen oft ausgespart wird.
- Griffe, Sitz- und Rückenpolster, Displays und Haltestangen täglich.
- Matten nach Herstellerangabe – manche lassen sich wischen, andere müssen gewaschen werden.
- Hanteln und Gewichte in Ablagen regelmäßig, auch die Ablage selbst.
- Laufbänder nur mit abgeschaltetem Gerät reinigen; Bandoberfläche nach Herstellerhinweis.
- Pezzibälle und Therapiekreisel auf Risse prüfen und mit verträglichem Mittel wischen.
Elektrische Therapiegeräte wie Elektrotherapie- oder Ultraschallgeräte samt Elektroden und Schallköpfen sind Medizinprodukte. Ihre Aufbereitung richtet sich nach den Angaben des Herstellers und bleibt beim Praxispersonal. Die Reinigungsfirma reinigt hier nur Gehäuse und Ablageflächen, wenn das so vereinbart ist.
Umkleiden, Duschen und Toiletten
Umkleiden sind in Therapiepraxen oft klein und stark frequentiert. Patienten stehen barfuß auf dem Boden, Kleidung liegt auf Bänken, Taschen auf dem Boden. Feuchtigkeit aus Duschen oder nassen Füßen sorgt dafür, dass sich Schmutz in Fugen und an Bodenabläufen festsetzt.
Die tägliche Reinigung umfasst Bänke, Haken, Spindtüren außen, Spiegel, Waschbecken und vor allem den Boden mit Fugen und Kanten. Duschen und Abläufe brauchen eine regelmäßige Entkalkung und Reinigung, damit Beläge nicht entstehen. Für Toiletten und Waschräume gelten die üblichen Regeln der Sanitärreinigung mit Farbtrennung der Tücher, damit Toilettentücher nie auf Waschbecken oder Bänke gelangen.
- Barfußbereiche täglich nass reinigen, Ecken und Kanten eingeschlossen.
- Bodenabläufe regelmäßig öffnen und reinigen, sonst entstehen Gerüche.
- Duschen je nach Wasserhärte entkalken – in vielen Orten Schleswig-Holsteins ist das Wasser kalkhaltig genug, dass sich Ablagerungen schnell zeigen.
- Spender für Seife, Papierhandtücher und gegebenenfalls Händedesinfektion täglich prüfen.
Böden in Behandlungs- und Trainingsräumen
Therapiepraxen haben meist robuste, elastische Beläge wie PVC, Linoleum oder Kautschuk; in Behandlungsräumen manchmal auch Parkett oder Laminat für eine wärmere Wirkung. Trainingsflächen bekommen gelegentlich Sportböden oder Gummimatten. Jeder Belag verlangt sein eigenes Mittel und Verfahren, ein Überblick steht im Ratgeber Bodenpflege nach Belägen.
Typisch für Therapiepraxen sind schwarze Streifen von Rollatoren und Gummisohlen, Spuren von Massageöl neben den Liegen und feiner Sand, den Patienten von draußen mitbringen. Öl auf dem Boden ist auch eine Rutschgefahr und sollte vom Praxisteam sofort aufgenommen werden, nicht erst bei der nächsten Reinigung.
| Belag | Laufende Reinigung | Gelegentlich |
|---|---|---|
| Elastische Beläge (PVC, Linoleum) | Feucht wischen mit Wischpflege | Grundreinigung und Neubeschichtung nach Bedarf |
| Kautschuk | Feucht wischen mit passendem Mittel | Maschinelle Reinigung, Pflege nach Herstellerangabe |
| Gummimatten im Trainingsbereich | Abkehren, feucht wischen | Anheben und darunter reinigen |
| Parkett, Laminat | Nebelfeucht wischen, wenig Wasser | Pflege nach Belag, keine Nassreinigung |
Ein- bis zweimal im Jahr lohnt eine Grundreinigung, häufig in der ruhigen Zeit zwischen den Jahren oder in den Sommerferien. Dabei werden auch Geräte verschoben und Flächen darunter erreicht.
Zeitfenster, Intervalle und Zugang
Die meisten Therapiepraxen lassen nach Praxisschluss reinigen, damit Behandlungen nicht gestört werden. Bei langen Öffnungszeiten bis in den Abend bleibt dann oft nur ein Zeitfenster spät am Abend oder früh am Morgen. In Praxen mit Mittagspause kann ein kurzer zusätzlicher Durchgang für Toiletten und Empfang sinnvoll sein.
Für den Zugang außerhalb der Öffnungszeiten braucht die Reinigungsfirma einen Schlüssel oder Transponder und gegebenenfalls den Alarmcode. Wie man das sicher regelt, steht im Ratgeber Schlüssel und Zugang. In Praxen mit Patientenakten am Empfang ist zusätzlich die Frage des Datenschutzes zu klären.
- Behandlungsräume, Trainingsbereich, Toiletten, Umkleiden: an jedem Praxistag.
- Empfang und Wartebereich: an jedem Praxistag, Türgriffe und Theke eingeschlossen.
- Büro und Personalraum: je nach Nutzung zwei- bis fünfmal pro Woche.
- Fenster und Glasflächen: nach Bedarf, Eingangstür und Spiegel häufiger.
- Grundreinigung der Böden: ein- bis zweimal jährlich.
Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden
In Therapiepraxen wiederholen sich einige Muster. Ein typisches Beispiel, etwa aus einer Praxis in Kiel: Die Behandlungsliegen wurden vom Team nach jedem Patienten gewischt, die Reinigungsfirma hielt sie deshalb für erledigt. Gestell und Hebel wurden monatelang von niemandem gereinigt.
- Unklare Zuständigkeit für Liegen und Geräte: Im Leistungsverzeichnis genau benennen, welche Teile die Reinigungsfirma übernimmt.
- Falsches Mittel auf Polstern: Herstellerangaben der Liegen und Geräte an die Reinigungsfirma weitergeben.
- Öl und Lotion bleiben auf dem Boden: Sofort aufnehmen lassen, nicht bis zum Abend warten.
- Matten werden nie angehoben: Ein festes Intervall dafür vorsehen.
- Medizinprodukte in der Unterhaltsreinigung: Aufbereitung bleibt beim Praxisteam.
Checkliste für Praxisinhaber
- Ist im Hygieneplan festgelegt, welche Flächen nach jedem Patienten und welche einmal täglich gereinigt werden?
- Kennt die Reinigungsfirma die Pflegehinweise für Liegen, Polster und Böden?
- Sind Umkleiden, Duschen und Abläufe mit festen Intervallen im Leistungsverzeichnis?
- Ist geregelt, wer Medizinprodukte aufbereitet und wer nur Ablageflächen reinigt?
- Gibt es eine Regel für Öl, Erbrochenes oder Blut zwischen den Reinigungen?
- Sind Zugang, Alarmanlage und Datenschutz am Empfang schriftlich geklärt?
Ausführliche Hinweise für Arztpraxen bietet der Ratgeber Praxisreinigung: Anforderungen. Staffclean reinigt Praxen in Schleswig-Holstein und Hamburg mit festen Reinigungsteams und einem festen Ansprechpartner. Ein unverbindliches Angebot erhalten Sie über die Angebotsanfrage.
Häufige Fragen — kurz beantwortet
Muss die Reinigungsfirma die Liegen nach jedem Patienten reinigen?
In der Regel nicht. Zwischen den Behandlungen wechselt das Praxisteam die Auflage und wischt die Kontaktflächen. Die Reinigungsfirma reinigt die Liegen einmal täglich vollständig, einschließlich Gestell und Hebel.
Welche Mittel eignen sich für Kunstlederbezüge?
Maßgeblich sind die Herstellerangaben der Liege. Manche Bezüge vertragen alkoholhaltige Mittel auf Dauer schlecht. Die Praxis sollte die Pflegehinweise an die Reinigungsfirma weitergeben und Mittel im Hygieneplan festlegen.
Reinigt die Reinigungsfirma auch Ultraschallköpfe und Elektroden?
Nein, diese Teile sind Medizinprodukte und werden vom Praxispersonal nach Herstellerangabe aufbereitet. Die Reinigungsfirma kann Gehäuse und Ablageflächen reinigen, wenn das vereinbart ist.
Wie oft sollte der Boden im Trainingsbereich grundgereinigt werden?
Das hängt von Belag und Nutzung ab. In vielen Praxen reicht eine Grundreinigung ein- bis zweimal im Jahr, ergänzt um die tägliche Unterhaltsreinigung. Matten sollten dabei angehoben werden.
Wann wird eine Therapiepraxis gereinigt?
Meist nach Praxisschluss oder vor Praxisbeginn, damit keine Behandlung gestört wird. Bei langen Öffnungszeiten kann ein zusätzlicher kurzer Durchgang in der Mittagspause sinnvoll sein.
Passende Leistungen
Weiterlesen
Reinigung, die zu Ihrem Objekt passt
Ob Büro, Praxis, Treppenhaus oder Halle: Wir sehen uns Ihr Objekt an und erstellen ein Angebot mit klarer Leistungsbeschreibung — kostenlos und unverbindlich.