
Glossar
Feuchtarbeit
Was als Feuchtarbeit gilt, welche Regel sie beschreibt und welche Maßnahmen in der Reinigung helfen.
Was ist Feuchtarbeit?
Als Feuchtarbeit bezeichnet der Arbeitsschutz Tätigkeiten, bei denen die Hände über längere Zeit mit Wasser oder wässrigen Flüssigkeiten in Kontakt sind oder häufig gewaschen werden müssen. Auch das lange Tragen flüssigkeitsdichter Handschuhe kann die Haut ähnlich belasten, weil darunter Feuchtigkeit entsteht.
Geregelt ist das Thema in der Technischen Regel für Gefahrstoffe TRGS 401 „Gefährdung durch Hautkontakt – Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen“. Die Neufassung hat die Bewertung angepasst: Das alleinige Tragen dichter Handschuhe zählt danach nicht mehr automatisch als Feuchtarbeit. Welche Zeiten und Häufigkeiten maßgeblich sind, steht im aktuellen Text der TRGS 401 und sollte dort nachgelesen werden.
Warum die Reinigung besonders betroffen ist
Kaum eine Tätigkeit kommt ohne Wasser aus: Nasswischen, Sanitärreinigung, Tücher auswaschen, Küchen reinigen. Hinzu kommen Reinigungs- und Desinfektionsmittel, die die Haut zusätzlich entfetten. Wer täglich mehrere Objekte betreut, etwa Treppenhäuser in Kiel am Vormittag und Büros am Nachmittag, sammelt über den Tag viele kurze Nassphasen.
| Tätigkeit | Belastung | Möglicher Ansatz |
|---|---|---|
| Tücher von Hand auswaschen | lange Nassphasen | vorgetränkte Tücher oder maschinelle Aufbereitung |
| Sanitärreinigung | Wasser plus Reinigungsmittel | Handschuhe, Hautschutz vorher, Pflege danach |
| Bodenreinigung mit Eimer und Mopp | Kontakt beim Auswringen | Presse am Reinigungswagen, Flachmoppsystem |
| Langes Tragen dichter Handschuhe | Feuchtigkeit unter dem Handschuh | Unterziehhandschuhe, Tragepausen, Tätigkeitswechsel |
Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge
- Technisch: Verfahren wählen, bei denen die Hände gar nicht nass werden, etwa vorgetränkte Mopps oder Dosiersysteme.
- Organisatorisch: Nassarbeiten mit trockenen Tätigkeiten abwechseln, Arbeitsplanung entsprechend gestalten.
- Persönlich: passende Handschuhe, Hautschutz und Hautpflege nach Hautschutzplan.
Diese Reihenfolge entspricht dem Grundsatz des Arbeitsschutzgesetzes, dass individuelle Schutzmaßnahmen nachrangig zu anderen Maßnahmen sind. Zusätzlich kann bei Feuchtarbeit arbeitsmedizinische Vorsorge vorgesehen sein. Die Einzelheiten regelt die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge.
Abgrenzung
Feuchtarbeit ist eine Form der Hautgefährdung, aber nicht die einzige. Hinzu kommt der direkte Kontakt mit Gefahrstoffen wie sauren oder alkalischen Reinigern. Beides wird in der Gefährdungsbeurteilung betrachtet. Die DGUV Regel 101-019 zum Umgang mit Reinigungs- und Pflegemitteln gibt dazu praktische Hinweise. In der Unterhaltsreinigung setzt Staffclean auf Systeme, die den Handkontakt mit Wasser verringern.
Fragen zum Begriff — kurz beantwortet
Ab wann gilt eine Tätigkeit als Feuchtarbeit?
Maßgeblich sind die Kriterien der TRGS 401 in ihrer aktuellen Fassung. Sie berücksichtigen Dauer und Häufigkeit des Kontakts mit Feuchtigkeit sowie das Tragen dichter Handschuhe. Die genauen Werte sollten im Regeltext nachgelesen werden.
Schützen Handschuhe vor den Folgen von Feuchtarbeit?
Sie schützen vor Wasser und Reinigungsmitteln, erzeugen bei langem Tragen aber selbst Feuchtigkeit auf der Haut. Unterziehhandschuhe und Tragepausen helfen.
Was kann der Auftraggeber beitragen?
Zum Beispiel geeignete Ausgussbecken, Wasseranschlüsse und Lagerplätze für Geräte bereitstellen. So lassen sich Systeme einsetzen, die weniger Handarbeit im Nassen erfordern.
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