Glossar

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Welche Schutzausrüstung in der Gebäudereinigung üblich ist und welche Regeln für Auswahl und Nutzung gelten.

2 Min. LesezeitStand: 8. Oktober 2026Redaktion Staffclean

Definition und Regeln

Persönliche Schutzausrüstung, kurz PSA, ist jede Ausrüstung, die eine Person am Körper trägt oder hält, um sich gegen Gefahren für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zu schützen. In der Reinigung sind das vor allem Handschuhe, Schutzbrillen, Sicherheitsschuhe und in besonderen Fällen Atemschutz oder Absturzsicherung.

Für die Bereitstellung gilt die PSA-Benutzungsverordnung (PSA-BV). Danach darf der Arbeitgeber nur Ausrüstung bereitstellen, die den Anforderungen der EU-Verordnung 2016/425 entspricht, wirksam schützt, für die Arbeitsbedingungen geeignet ist und ergonomischen Anforderungen genügt. Sie muss individuell passen, und der Arbeitgeber sorgt für Wartung, Lagerung und einen hygienisch einwandfreien Zustand.

PSA ist nachrangig

Das Arbeitsschutzgesetz legt fest, dass individuelle Schutzmaßnahmen nachrangig zu anderen Maßnahmen sind. Bevor zur PSA gegriffen wird, wird also geprüft, ob die Gefahr technisch oder organisatorisch vermieden werden kann. Ein Beispiel: Statt mit Atemschutz einen stark lösemittelhaltigen Reiniger zu verwenden, wird ein anderes Verfahren gewählt. Erst wenn das nicht reicht, kommt die Schutzausrüstung.

Übliche PSA nach Tätigkeit

TätigkeitTypische PSA
Unterhaltsreinigung mit Neutralreinigerflüssigkeitsdichte Handschuhe, je nach Gefährdungsbeurteilung
Grundreinigung mit alkalischem GrundreinigerChemikalienschutzhandschuhe, Schutzbrille, rutschhemmende Schuhe
Sanitärreinigung mit saurem ReinigerChemikalienschutzhandschuhe, bei Spritzgefahr Schutzbrille
Industriereinigung in ProduktionshallenSicherheitsschuhe, Warnkleidung, gegebenenfalls Gehörschutz
Arbeiten auf einer HubarbeitsbühneAuffanggurt nach Herstellervorgabe und Einweisung
Winterdienst in der DunkelheitWarnkleidung, rutschfestes Schuhwerk, Handschuhe gegen Kälte

Welche Ausrüstung im Einzelfall nötig ist, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung und dem Sicherheitsdatenblatt des verwendeten Mittels.

Praxis und Abgrenzung

  • PSA wird vom Arbeitgeber gestellt, nicht von den Beschäftigten mitgebracht.
  • Handschuhe werden bei Beschädigung sofort gewechselt.
  • Die richtige Benutzung ist Teil der Unterweisung.
  • Bei gleichzeitiger Nutzung mehrerer Schutzausrüstungen müssen diese zusammenpassen.

Beispiel: Bei der Reinigung einer Tiefgarage in Norderstedt tragen die Beschäftigten Warnwesten und Sicherheitsschuhe, weil dort Fahrzeuge unterwegs sind. Die Arbeitskleidung allein ist noch keine PSA, solange sie nicht gezielt vor einer Gefahr schützt. Mehr zum Hautschutz unter Hautschutzplan und Feuchtarbeit. In der Industriereinigung stimmt Staffclean die Ausrüstung mit den Regeln des Betriebs vor Ort ab.

Fragen zum Begriff — kurz beantwortet

Wer bezahlt die persönliche Schutzausrüstung?

Der Arbeitgeber stellt die erforderliche PSA bereit. Kosten für Arbeitsschutzmaßnahmen darf er nach dem Arbeitsschutzgesetz nicht den Beschäftigten auferlegen.

Muss der Auftraggeber PSA für die Reinigungskräfte stellen?

Grundsätzlich nicht, das ist Aufgabe der Reinigungsfirma. Der Auftraggeber sollte aber mitteilen, welche Regeln in seinem Betrieb gelten, etwa Helm- oder Sicherheitsschuhpflicht.

Sind Einweghandschuhe PSA?

Das hängt von der Ausführung und Kennzeichnung ab. Nicht jeder dünne Einweghandschuh schützt ausreichend vor Reinigungschemikalien, deshalb entscheidet die Gefährdungsbeurteilung.

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