
Glossar
Gefahrstoff
Was rechtlich als Gefahrstoff gilt und was das für Reinigungsmittel im Objekt bedeutet.
Begriff nach der Gefahrstoffverordnung
Was ein Gefahrstoff ist, regelt § 2 der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV). Dazu gehören vor allem gefährliche Stoffe und Gemische im Sinne des Chemikaliengesetzes, also Produkte, die etwa als ätzend, reizend, entzündbar oder gesundheitsschädlich eingestuft sind. Erfasst sind auch Stoffe, die erst bei der Verwendung entstehen oder freigesetzt werden, sowie Stoffe mit einem Arbeitsplatzgrenzwert.
Bemerkenswert ist eine weitere Gruppe: Stoffe und Gemische, die zwar nicht als gefährlich eingestuft sind, aber wegen ihrer Eigenschaften und der Art der Verwendung die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten gefährden können. Ein Produkt ohne Gefahrensymbol ist also nicht automatisch unbedenklich.
Gefahrstoffe in der Gebäudereinigung
| Produktgruppe | Mögliche Gefährdung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Saure Sanitärreiniger | Reizung oder Verätzung von Haut und Augen | Kalk und Urinstein im WC |
| Alkalische Grundreiniger | Reizung oder Verätzung, Schäden an Belägen | Entfernen alter Pflegefilme |
| Desinfektionsmittel | Haut- und Atemwegsreizung, Sensibilisierung | Praxen, Pflegeheime, Kitas |
| Lösemittelhaltige Reiniger | Dämpfe, Entzündbarkeit | Fleckentfernung, Graffiti |
| Konzentrate allgemein | höhere Wirkung als die Gebrauchslösung | Dosierung vor Ort |
Ob ein bestimmtes Produkt ein Gefahrstoff ist, zeigen Kennzeichnung auf dem Etikett und Sicherheitsdatenblatt. Die Einordnung nach GISCODE hilft, Produkte mit ähnlicher Gefährdung zu gruppieren.
Pflichten im Überblick
- Gefährdungen in der Gefährdungsbeurteilung ermitteln und, wo möglich, auf weniger gefährliche Mittel oder Verfahren ausweichen
- für jeden Gefahrstoff eine Betriebsanweisung bereitstellen
- Beschäftigte vor Beginn und danach mindestens jährlich unterweisen
- ein Verzeichnis der verwendeten Gefahrstoffe führen
- sicher lagern: Originalgebinde, keine Umfüllung in Getränkeflaschen, Säuren und chlorhaltige Mittel getrennt
Praxisbeispiel und Abgrenzung
In einer Kita in Pinneberg lagert die Reinigung ihre Mittel in einem abschließbaren Schrank, außerhalb der Reichweite von Kindern. Konzentrate werden über ein Dosiersystem verdünnt, so kommt niemand mit dem unverdünnten Produkt in Berührung. Die Leitung kennt die verwendeten Mittel und hat Zugang zu den Sicherheitsdatenblättern.
Abzugrenzen sind Gefahrstoffe von biologischen Arbeitsstoffen, für die die Biostoffverordnung gilt, etwa Keime in Sanitärbereichen. Praktische Hinweise für Reinigungs- und Pflegemittel gibt die DGUV Regel 101-019. Staffclean wählt in der Unterhaltsreinigung Mittel und Konzentrationen passend zu Belag und Verschmutzung.
Fragen zum Begriff — kurz beantwortet
Sind haushaltsübliche Reinigungsmittel auch Gefahrstoffe?
Das kann sein. Entscheidend ist nicht der Einsatzort, sondern die Einstufung des Produkts und die Art der Verwendung. Ein Blick auf Etikett und Sicherheitsdatenblatt schafft Klarheit.
Darf die Reinigungsfirma ihre Mittel im Gebäude des Kunden lagern?
Das ist üblich, sollte aber abgesprochen werden. Wichtig sind ein geeigneter, möglichst abschließbarer Lagerort, Originalgebinde und die Betriebsanweisungen in der Nähe.
Was ist der Unterschied zwischen Gefahrstoff und Biostoff?
Gefahrstoffe sind chemische Stoffe und Gemische. Biostoffe sind Mikroorganismen wie Bakterien, Viren oder Schimmelpilze. Für beide gelten eigene Verordnungen.
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