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Nachhaltige Gebäudereinigung: worauf es in der Praxis ankommt

Sie wissen danach, an welchen Stellschrauben eine Reinigung tatsächlich umweltschonender wird und wie Sie das bei einem Dienstleister abfragen.

8 Min. LesezeitStand: 8. Oktober 2026Redaktion Staffclean

Nachhaltig heißt in der Reinigung vor allem: weniger

Bei Reinigung denken viele zuerst an grüne Etiketten auf den Flaschen. Die Mittel sind aber nur ein Baustein. Den größeren Unterschied machen meist unscheinbare Dinge: wie viel Konzentrat in den Eimer kommt, wie oft ein Raum wirklich gereinigt werden muss, wie viele Kilometer zwischen zwei Objekten liegen und wie lange ein Bodenbelag hält, bevor er ersetzt werden muss.

Eine nachhaltige Gebäudereinigung verbraucht weniger Chemie, weniger Wasser, weniger Energie und weniger Material für dasselbe Ergebnis. Sie schont außerdem die Menschen, die täglich mit den Mitteln arbeiten, und die Oberflächen, die gereinigt werden. Wer das im Blick behält, kommt ohne große Versprechen aus.

Dieser Ratgeber geht die Stellschrauben einzeln durch und zeigt, wie Sie als Auftraggeber prüfen können, was ein Reinigungsdienstleister in der Praxis tut. Was Umweltzeichen auf Reinigungsmitteln aussagen, steht ausführlich im Ratgeber Umweltzeichen bei Reinigungsmitteln.

Dosierung: der größte Hebel bei der Chemie

Überdosierung ist in der Reinigung weit verbreitet. Der Gedanke „mehr hilft mehr“ liegt nahe, stimmt aber nicht. Zu viel Reiniger hinterlässt Rückstände, auf denen sich neuer Schmutz schneller festsetzt. Böden werden stumpf oder klebrig, Glas schliert, und am Ende wird häufiger und intensiver gereinigt als nötig.

Die richtige Menge steht auf dem Etikett oder im technischen Merkblatt des Herstellers. Damit sie im Alltag auch eingehalten wird, braucht es Hilfsmittel.

  • Dosiersysteme an der Wand oder am Reinigungswagen, die eine feste Menge abgeben; mehr dazu im Glossar unter Dosiersystem.
  • Dosierkappen und Pumpen statt freiem Schütten aus der Flasche.
  • Markierte Eimer und Flaschen, damit die Wassermenge zur Konzentratmenge passt.
  • Konzentrate statt gebrauchsfertiger Lösungen, weil weniger Verpackung und weniger Transportgewicht anfallen, sofern richtig verdünnt wird.
  • Schulung, damit jede Reinigungskraft weiß, warum die Menge wichtig ist, und nicht nur, wie das Gerät funktioniert.

Ein zweiter Punkt ist die Zahl der Produkte. Ein Objekt braucht selten mehr als eine Handvoll Mittel: einen Neutralreiniger für die tägliche Arbeit, einen Sanitärreiniger, einen Glasreiniger und gegebenenfalls ein Pflegemittel für den Boden. Spezialprodukte kommen gezielt zum Einsatz, nicht auf Vorrat. Ein schlanker Mittelkatalog ist leichter zu schulen, leichter zu dosieren und senkt das Risiko von Verwechslungen.

Mikrofaser und vorbereitete Mopps

Moderne Reinigungstextilien aus Mikrofaser nehmen Schmutz mechanisch sehr gut auf. Dadurch lässt sich in vielen Bereichen mit wenig Wasser und wenig Reiniger arbeiten. Statt mit vollem Eimer und tropfendem Wischmopp wird oft mit vorgetränkten Mopps gearbeitet, die in der Wäscherei oder im Objekt mit einer abgemessenen Flottenmenge vorbereitet werden.

Das hat mehrere Vorteile. Es wird weniger Lösung verbraucht, die Böden sind schneller trocken und begehbar, und für jeden Raum kann ein frischer Bezug genommen werden. Schmutz wird nicht von Raum zu Raum getragen.

Der Haken: Mikrofaser verliert ihre Wirkung, wenn sie falsch gewaschen wird. Weichspüler, zu hohe Temperaturen oder gemeinsames Waschen mit fusselnder Wäsche verstopfen die Fasern. Wer nachhaltig reinigen will, braucht also auch einen geordneten Waschkreislauf. Praktische Hinweise dazu stehen im Beitrag Mikrofaser richtig waschen.

Wasser und Energie im Objekt

Wasser wird in der Reinigung an drei Stellen verbraucht: beim Ansetzen der Lösung, in Maschinen wie Scheuersaugmaschinen und in der Wäsche der Textilien. Energie fließt in Geräte, Warmwasser und Waschmaschinen.

BereichStellschraubeWorauf Sie achten können
Bodenreinigung von HandArbeiten mit vorbereiteten Mopps statt EimerWird ein Moppsystem mit fester Flottenmenge verwendet?
Maschinelle BodenreinigungDosierung der Lösung, passende Bürsten und PadsIst die Maschine auf Boden und Verschmutzung eingestellt?
GlasreinigungReinwasser bei Außenflächen, wenig Reiniger innenWird bei großen Glasflächen mit aufbereitetem Wasser gearbeitet?
Staubsaugeneffiziente Geräte, Akkubetrieb, gute FilterSind die Geräte gewartet und die Filter sauber?
Wäschevolle Trommeln, passende Temperatur, kein WeichspülerWo und wie werden Tücher und Mopps gewaschen?
Warmwasserkaltes Wasser, wo es für das Ergebnis ausreichtWird Warmwasser nur dort verwendet, wo es nötig ist?

Ein Beispiel aus einem Bürogebäude in Hamburg-Altona: Werden die Flure statt mit nassem Wischen im Zweistufenverfahren mit vorgetränkten Mopps gereinigt, sinkt der Wasserverbrauch deutlich, und die Flure sind schneller wieder trocken. Das Ergebnis bleibt vergleichbar, sofern der Boden in einem guten Pflegezustand ist.

Bedarfsgerecht reinigen statt nach Gewohnheit

Die umweltschonendste Reinigung ist die, die nicht nötig ist. Viele Leistungsverzeichnisse sind über Jahre gewachsen und sehen tägliche Arbeiten in Räumen vor, die kaum genutzt werden. Ein Archiv, ein selten belegter Besprechungsraum oder ein Gästebüro werden dann genauso oft gereinigt wie die Teeküche.

Wer die Reinigungsintervalle an die tatsächliche Nutzung anpasst, spart Arbeitszeit, Mittel und Wasser, ohne dass die Sauberkeit leidet. Ein Ansatz dafür ist die ergebnisorientierte Reinigung, bei der nicht feste Arbeitsschritte, sondern ein Sauberkeitsziel vereinbart wird.

  • Sanitärräume, Teeküchen, Eingänge und Kontaktflächen: häufig, weil sie stark genutzt werden.
  • Arbeitsplätze mit hoher Belegung: regelmäßig, abgestimmt auf die Belegungstage.
  • Selten genutzte Räume: nach Sichtprüfung oder in längeren Abständen.
  • Sonderflächen wie Lager oder Technikräume: nach festem, aber großzügigerem Plan.

Seit vielen Büros nur an einzelnen Tagen voll belegt sind, lohnt sich diese Prüfung besonders. Die Belegung lässt sich aus Buchungssystemen oder einfacher Beobachtung ablesen.

Schmutz draußen halten

Ein großer Teil des Schmutzes in Gebäuden kommt an den Schuhen herein: Sand, Splitt, Laub und im Winter Streusalz. Was im Eingang aufgefangen wird, muss nicht in allen Etagen entfernt werden. Eine ausreichend lange und gepflegte Sauberlaufzone ist deshalb eine der wirksamsten Maßnahmen, um Reinigungsaufwand, Chemie und Abnutzung zu senken.

Gerade in Schleswig-Holstein mit nassem Herbst und salzigem Winter merkt man den Unterschied schnell. Fehlen Matten oder sind sie zu kurz, verteilt sich der Schmutz bis in Aufzüge und Büros, und Bodenbeläge verschleißen an den Laufwegen.

Werterhalt: Böden und Oberflächen länger nutzen

Ein Aspekt, der in Nachhaltigkeitsdiskussionen oft fehlt, ist die Lebensdauer der Oberflächen. Ein Linoleumboden, der richtig gepflegt wird, hält viele Jahre länger als einer, der mit ungeeigneten Mitteln behandelt wird. Jeder vorzeitig ersetzte Belag bedeutet Material, Transport, Kleber, Entsorgung und Ausfallzeit.

Werterhaltende Pflege heißt: das passende Mittel für den jeweiligen Bodenbelag, richtige Maschinen und Pads, rechtzeitige Zwischenreinigung statt aggressiver Grundreinigung im Abstand weniger Jahre. Auch Glas, Edelstahl, Naturstein und Armaturen danken eine schonende, regelmäßige Behandlung.

Hinweise für die verschiedenen Beläge enthält der Ratgeber Bodenpflege nach Belag. Eine regelmäßige Grundreinigung im passenden Abstand gehört ebenfalls dazu.

Wege, Abfall und Verpackung

Reinigung ist eine Dienstleistung vor Ort. Die Fahrten zum Objekt, zwischen Objekten und zur Wäscherei schlagen sich in der Bilanz nieder. Feste Teams mit festen Touren, kurze Wege innerhalb einer Region und gebündelte Materiallieferungen reduzieren diesen Anteil. Für ein Objekt in Neumünster ist ein Team aus der Region naheliegender als eine Anfahrt über lange Strecken.

Beim Abfall gibt es zwei Seiten. Zum einen der Abfall des Reinigungsbetriebs selbst: leere Kanister, Verpackungen, verbrauchte Tücher. Nachfüllsysteme, große Gebinde und Konzentrate verringern ihn. Zum anderen die Abfälle des Objekts, die das Reinigungsteam einsammelt.

  • Ist im Objekt klar geregelt, welche Behälter getrennt geleert werden?
  • Werden getrennt gesammelte Abfälle auch getrennt weitergegeben, statt in einem Sack zu landen?
  • Gibt es genügend Behälter für Papier, Leichtverpackungen, Restmüll und gegebenenfalls Bioabfall?
  • Werden Spendersysteme für Papier und Seife so gewählt, dass möglichst wenig Abfall entsteht?

Ob die Trennung funktioniert, hängt stark vom Auftraggeber ab. Fehlen getrennte Sammelbehälter oder Absprachen mit dem Entsorger, kann das Reinigungsteam wenig ausrichten.

Umweltzeichen für Reinigungsdienstleistungen

Für Reinigungsmittel gibt es bekannte Umweltzeichen. Weniger bekannt ist, dass die Europäische Union auch Kriterien für Gebäudereinigungsdienste festgelegt hat (Beschluss (EU) 2018/680 der Kommission). Zu den Pflichtkriterien gehören unter anderem die Nutzung von Reinigungsmitteln mit geringen Umweltauswirkungen, die Dosierung, der Einsatz von Mikrofaserprodukten, die Schulung des Personals, Grundlagen eines Umweltmanagementsystems und das Sortieren fester Abfälle in den Objekten.

Die Liste ist auch ohne Zeichen nützlich. Sie zeigt, welche Punkte in Fachkreisen als wesentlich gelten, und eignet sich als Gerüst für Fragen an einen Dienstleister oder für Kriterien in einer Ausschreibung. Öffentliche Auftraggeber finden zudem beim Umweltbundesamt einen Leitfaden zur umweltfreundlichen Beschaffung von Reinigungsdienstleistungen und -mitteln.

Fragen an Ihren Dienstleister

Statt allgemeiner Zusagen helfen konkrete Fragen. Ein erfahrener Reinigungsbetrieb kann sie ohne Umschweife beantworten.

  • Welche Mittel setzen Sie in unserem Objekt ein, und wie viele verschiedene sind es?
  • Wie wird dosiert, und wie wird das kontrolliert?
  • Arbeiten Sie mit Mikrofaser und vorbereiteten Mopps, und wo werden sie gewaschen?
  • Welche Arbeiten lassen sich nach Bedarf statt nach festem Rhythmus erledigen?
  • Wie ist die Pflege unserer Bodenbeläge geplant, damit sie lange halten?
  • Wie werden Ihre Mitarbeitenden zu Mitteln und Dosierung geschult?
  • Wie kommen Ihre Teams zum Objekt, und wie werden Materiallieferungen gebündelt?

Staffclean reinigt Objekte in Schleswig-Holstein und Hamburg mit festen Teams und einem festen Ansprechpartner. Wenn Sie Ihre Unterhaltsreinigung umweltschonender aufstellen möchten, besprechen wir die Punkte gern im Rahmen eines kostenlosen und unverbindlichen Angebots.

Häufige Fragen — kurz beantwortet

Ist eine nachhaltige Reinigung weniger gründlich?

Nein, wenn sie fachgerecht umgesetzt wird. Richtig dosierte Mittel, gut gepflegte Mikrofaser und angepasste Intervalle führen zu vergleichbaren Ergebnissen. Rückstände durch Überdosierung fallen sogar weg.

Reicht es, Mittel mit Umweltzeichen zu verwenden?

Das ist ein guter Anfang, aber nicht alles. Dosierung, Intervalle, Wasser- und Energieverbrauch, Wege und der Werterhalt der Böden wirken oft stärker als die Wahl des Mittels allein.

Wie kann ich nachhaltige Anforderungen in eine Ausschreibung schreiben?

Formulieren Sie überprüfbare Punkte, etwa Dosiersysteme, Mikrofasereinsatz, Schulungsnachweise und eine Liste der eingesetzten Mittel mit Sicherheitsdatenblättern. Die Kriterien des EU-Umweltzeichens für Gebäudereinigungsdienste und der Leitfaden des Umweltbundesamtes geben dafür Anhaltspunkte.

Spart nachhaltige Reinigung Kosten?

Das hängt vom Objekt ab. Bedarfsgerechte Intervalle und eine gute Sauberlaufzone senken den Aufwand, längere Lebensdauer von Böden spart Ersatz. Gleichzeitig kosten gute Textilien und Schulung etwas. Seriös lässt sich das nur für das konkrete Objekt beurteilen.

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