
Ratgeber · Objekte und Branchen
Teeküche und Kaffeeküche hygienisch sauber halten
Sie erfahren, wo sich in Büroküchen Keime sammeln, welche Arbeiten die Reinigungsfirma übernimmt und welche Regeln das Team selbst einhalten sollte.
Die Teeküche ist der heikelste Raum im Büro
In vielen Büros ist die Teeküche der Ort, an dem man sich trifft, Kaffee holt und mittags etwas aufwärmt. Genau deshalb ist sie hygienisch anspruchsvoller als jeder Schreibtisch. Hier kommen Lebensmittel, Feuchtigkeit, Wärme und viele Hände zusammen – die Bedingungen, unter denen sich Mikroorganismen am wohlsten fühlen.
Hinzu kommt ein soziales Problem: Für die Küche fühlt sich oft niemand zuständig. Jeder stellt seine Tasse kurz ab, der Kühlschrank füllt sich mit vergessenen Dosen, und am Ende wird erwartet, dass „die Reinigung“ das schon regelt. Dabei kann die Reinigungsfirma nur das zuverlässig erledigen, was vereinbart und praktisch möglich ist.
Dieser Ratgeber zeigt, welche Stellen besondere Aufmerksamkeit brauchen, wie die Arbeit zwischen Team und Reinigungsfirma sinnvoll aufgeteilt wird und welche Fehler sich in Büroküchen immer wieder einschleichen.
Die kritischen Stellen im Überblick
Nicht jede Fläche in der Küche ist gleich wichtig. Wer die Schwachpunkte kennt, kann gezielt nachsteuern. Die folgende Übersicht nennt die Bereiche, die bei Begehungen am häufigsten auffallen.
| Bereich | Was dort passiert | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Spüle und Abtropffläche | Speisereste, stehendes Wasser, Kalk | täglich reinigen, Abfluss und Siebe nicht vergessen |
| Spülschwamm und Spültuch | dauerfeucht, ideal für Keime | häufig wechseln, nie für Arbeitsflächen und Boden zugleich |
| Kühlschrank | vergessene Lebensmittel, Tropfen, Gerüche | regelmäßig leeren lassen, innen auswischen |
| Kaffeemaschine und Wasserkocher | Kalk, Kaffeesatz, Milchreste | Entkalken und Milchsystem nach Herstellerangabe |
| Mikrowelle | Spritzer, eingebrannte Reste | innen feucht reinigen, Drehteller spülen |
| Griffe und Schalter | viele Hände in kurzer Zeit | Kühlschrankgriff, Schrankgriffe, Wasserhahn täglich |
| Mülleimer und Biotonne | Gerüche, Fliegen im Sommer | häufig leeren, Behälter selbst auswaschen |
| Boden vor der Spüle | Tropfwasser, Krümel | feucht wischen, auf Rutschgefahr achten |
Auffällig ist: Die meisten Probleme entstehen nicht durch fehlende Reinigung, sondern durch Dinge, die liegen bleiben. Eine Spüle voller Tassen lässt sich nicht reinigen, ein überfüllter Kühlschrank nicht auswischen.
Was die Reinigungsfirma übernimmt
In einer üblichen Unterhaltsreinigung gehört die Teeküche zu den Räumen, die häufiger gereinigt werden als normale Büroflächen. Die Arbeiten sind meist diese:
- Spülbecken, Armatur und Abtropffläche reinigen und trocknen, Kalkansätze regelmäßig entfernen
- Arbeitsflächen abwischen, soweit sie frei sind
- Schrankfronten, Griffe und den Kühlschrankgriff reinigen
- Mikrowelle außen täglich, innen nach Vereinbarung
- Abfallbehälter leeren und nach dem Trennsystem entsorgen
- Boden feucht wischen
- Spender für Seife und Papierhandtücher auffüllen
Für die Tücher gilt in der Küche besonders streng: Was im Sanitärbereich benutzt wurde, kommt hier nicht zum Einsatz. Fachbetriebe arbeiten deshalb mit einer Farbcodierung der Tücher, damit es nicht zu einer Kreuzkontamination kommt.
Was nur nach Absprache dazugehört
Einige Aufgaben werden in Büroküchen häufig erwartet, sind aber keine Selbstverständlichkeit. Sie können vereinbart werden, müssen dann aber in Zeit und Ablauf eingeplant sein.
Geschirr spülen und die Spülmaschine bedienen. Das ist der Klassiker unter den Streitpunkten. Die Reinigungskraft kommt oft abends, wenn sich das Geschirr des ganzen Tages gesammelt hat. Ein- und Ausräumen kostet spürbar Zeit. Wer das wünscht, sollte es ausdrücklich in den Auftrag schreiben.
Kühlschrank innen reinigen. Das ist nur sinnvoll, wenn der Kühlschrank vorher geleert wurde. Die Reinigungskraft entscheidet nicht, welche Lebensmittel weg dürfen. Bewährt hat sich ein fester Tag, etwa freitagnachmittags: Bis dahin nimmt jeder seine Sachen mit, danach wird gewischt.
Kaffeemaschine pflegen. Das Entkalken und die Reinigung des Milchsystems richten sich nach der Bedienungsanleitung des Geräts. Bei Leasinggeräten gibt es oft einen Servicevertrag. Klären Sie, wer das übernimmt, damit sich niemand auf den anderen verlässt.
Backofen, Geschirrspüler innen, Dunstabzug. Diese Arbeiten fallen selten an und eignen sich als Sonderleistung, zum Beispiel einmal im Quartal oder zusammen mit einer Grundreinigung.
Die Küchenregeln für das Team
Eine saubere Teeküche entsteht nur, wenn das Team mitzieht. Ein kurzer Aushang reicht oft, wenn er klar ist und von der Leitung unterstützt wird. Bewährte Regeln sind:
- Benutztes Geschirr direkt in die Spülmaschine, nicht in die Spüle
- Spülmaschine wird ausgeräumt, wenn sie fertig ist – im Wechsel nach Plan
- Lebensmittel im Kühlschrank mit Namen und Datum beschriften
- Fester Tag zum Leeren des Kühlschranks, alles Unbeschriftete wird entsorgt
- Verschüttetes sofort aufwischen, vor allem Milch und Saft
- Mikrowelle mit Abdeckung benutzen
- Biomüll in den dafür vorgesehenen Behälter, nicht in den Restmüll
Solche Regeln entlasten auch die Reinigungsfirma. Die Zeit, die sonst für das Wegräumen von Tassen draufgeht, steht dann für die eigentliche Reinigung zur Verfügung.
Spüllappen, Schwämme und Geschirrtücher
Ein unterschätzter Punkt in jeder Büroküche sind die Textilien. Ein Spülschwamm, der tagelang feucht neben der Spüle liegt, verteilt beim nächsten Abwischen mehr Keime, als er entfernt. Dasselbe gilt für ein Geschirrtuch, das von vielen Händen benutzt und nie gewechselt wird.
Klären Sie deshalb, wer für diese Dinge zuständig ist. Eine einfache Lösung: Das Team nutzt Einwegtücher oder Papierrollen zum Abtrocknen, Spülschwämme werden regelmäßig ersetzt, und Geschirrtücher kommen in einen festen Wäscherhythmus. Die Reinigungsfirma bringt für ihre eigenen Arbeiten ohnehin eigene, aufbereitete Tücher mit und nutzt nicht die Textilien der Küche.
Das hat einen zweiten Vorteil: Wenn klar ist, dass die Reinigungskraft mit eigenen Tüchern arbeitet, entsteht keine Unsicherheit, ob der Schwamm am Waschbecken „ihrer“ oder „unserer“ ist.
Ablauf eines Reinigungsgangs in der Küche
Damit die Küche nicht nur oberflächlich ordentlich aussieht, lohnt sich eine feste Reihenfolge. Sie verhindert, dass Schmutz von unten nach oben oder vom Abfall zur Arbeitsfläche getragen wird. In der Praxis hat sich dieser Ablauf bewährt:
- Zuerst Abfall aufnehmen: Mülleimer, Biobehälter und Wertstoffe leeren, Behälter bei Bedarf auswaschen
- Dann von oben nach unten arbeiten: Regalböden und Oberschränke außen, danach Fronten und Griffe
- Geräte außen reinigen: Kühlschrank, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Mikrowelle
- Arbeitsflächen wischen, dabei mit einem frischen Tuch beginnen
- Zum Schluss Spüle und Armatur, weil dort der meiste Schmutz anfällt
- Am Ende den Boden wischen, von der hintersten Ecke zur Tür
Für jeden dieser Schritte reichen wenige Minuten, wenn die Flächen frei sind. Wichtig ist, dass Tücher nach der Spüle nicht mehr für Arbeitsflächen verwendet werden. Wer diesen Ablauf im Auftrag beschreibt, erleichtert auch der Vertretung im Urlaub die Arbeit, weil sie sofort weiß, was in welcher Reihenfolge zu tun ist.
Desinfizieren oder reinigen?
In einer Büroküche reicht in aller Regel eine gründliche Reinigung mit geeigneten Mitteln. Eine routinemäßige Desinfektion aller Flächen ist im normalen Büro nicht üblich und auch nicht nötig. Anders kann es aussehen, wenn es im Haus gehäuft Magen-Darm-Erkrankungen gibt oder besondere Vorgaben bestehen.
Wenn Sie unsicher sind, wo die Grenze verläuft, hilft der Ratgeber Desinfektion oder Reinigung. Für Kantinen und Küchen, in denen Speisen für andere zubereitet werden, gelten weitergehende Anforderungen der Lebensmittelhygiene; das ist ein anderes Thema als die Teeküche, siehe Küchenreinigung in der Gastronomie.
Typische Fehler in Büroküchen
- Keine Zuständigkeit für den Kühlschrank: Er wird erst gereinigt, wenn es riecht.
- Spüle als Ablage: Die Reinigungskraft findet abends ein volles Becken und kann es nicht reinigen.
- Kalk wird ignoriert: In vielen Orten Schleswig-Holsteins ist das Leitungswasser hart. Kalk an Armatur und Wasserkocher setzt sich schnell fest, wenn er nicht regelmäßig entfernt wird.
- Ein Tuch für alles: Das Tuch von der Arbeitsfläche wischt danach den Tisch im Pausenraum.
- Biomüll zu selten geleert: Im Sommer zieht er innerhalb eines Tages Fliegen an.
- Unklare Absprachen zur Kaffeemaschine: Weder Team noch Reinigungsfirma fühlen sich für das Milchsystem verantwortlich.
Ein Beispiel aus einem Ingenieurbüro in Kiel: Der Ärger über die Küche war groß, bis klar wurde, dass die Reinigung abends regelmäßig auf eine volle Spüle traf. Nach Einführung eines Spülmaschinenplans für das Team und eines festen Kühlschranktags am Freitag gab es kaum noch Beschwerden – ohne dass die Reinigungszeit erhöht werden musste.
So halten Sie es im Vertrag fest
Die Teeküche verdient im Leistungsverzeichnis eine eigene Zeile oder einen eigenen Abschnitt. Schreiben Sie hinein, welche Flächen wie oft gereinigt werden, ob Geschirr dazugehört, an welchem Tag der Kühlschrank gewischt wird und wer Verbrauchsmaterial wie Spülmittel, Spülmaschinentabs und Papierrollen bereitstellt. Was zur übrigen Büroreinigung gehört, finden Sie im Ratgeber Leistungsumfang der Büroreinigung; die Sanitärräume behandelt der Ratgeber Sanitärräume im Büro.
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Häufige Fragen — kurz beantwortet
Gehört Geschirrspülen zur Büroreinigung?
Nicht automatisch. Spülen und das Bedienen der Spülmaschine können vereinbart werden, brauchen aber zusätzliche Zeit. Ohne ausdrückliche Absprache bleibt das Geschirr Sache des Teams.
Wie oft sollte der Kühlschrank im Büro gereinigt werden?
Bewährt hat sich ein fester wöchentlicher Termin, an dem der Kühlschrank vorher geleert wird. Ein- bis zweimal im Monat kann zusätzlich eine gründlichere Reinigung mit herausgenommenen Fächern sinnvoll sein.
Wer entkalkt die Kaffeemaschine?
Das hängt vom Gerät und vom Vertrag ab. Bei Leasinggeräten übernimmt das oft der Servicepartner, sonst das Team nach Herstelleranleitung. Wichtig ist, dass die Zuständigkeit schriftlich geklärt ist.
Muss die Teeküche desinfiziert werden?
Im normalen Büro genügt eine gründliche Reinigung. Desinfektion ist eher bei Ausbrüchen ansteckender Erkrankungen oder bei besonderen Vorgaben ein Thema.
Was tun, wenn die Spüle abends immer voll ist?
Am wirksamsten ist eine Teamregel: Geschirr direkt in die Spülmaschine und ein Wechselplan zum Ausräumen. Alternativ kann das Spülen als Leistung beauftragt werden.
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