Glossar

Dosiersystem

Sie erfahren, wie Dosierhilfen und Dosieranlagen funktionieren und warum die richtige Menge Reinigungsmittel über Ergebnis, Material und Arbeitsschutz entscheidet.

3 Min. LesezeitStand: 8. Oktober 2026Redaktion Staffclean

Bedeutung

Als Dosiersystem bezeichnet man jede Vorrichtung, mit der ein Konzentrat in einer festgelegten Menge mit Wasser gemischt wird. Das Ergebnis ist die Gebrauchslösung, in der Fachsprache auch Flotte genannt. Ziel ist, dass jede Reinigungskraft an jedem Tag dieselbe, vom Hersteller vorgesehene Konzentration ansetzt, unabhängig von Augenmaß und Erfahrung.

Die Bandbreite reicht von der einfachen Dosierkappe auf der Flasche bis zur fest montierten Anlage im Putzmittelraum, die mehrere Produkte über Wasserdruck ansaugt und in Eimer, Sprühflaschen oder Maschinentanks abfüllt.

Arten im Überblick

SystemFunktionsweiseGeeignet für
Dosierkappe oder MessbecherMenge wird von Hand abgemessenkleine Objekte, wenige Produkte
Dosierpumpe auf dem Kanisterfester Hub je PumpstoßTeeküchen, kleine Putzräume
Portionsbeutel oder Tabsvorportionierte Menge je Eimerwechselndes Personal, mobile Teams
Wandstation mit WasseranschlussKonzentrat wird nach dem Venturi-Prinzip zugemischtgrößere Objekte mit festem Putzraum
Dosierung an der MaschineGerät mischt aus Tank oder KartuscheScheuersaugmaschinen auf großen Flächen

Warum die Menge so wichtig ist

Zu wenig Mittel bedeutet: Der Schmutz löst sich nicht, und es wird mehr geschrubbt und nachgewischt. Zu viel Mittel ist der häufigere Fehler. Überschüssige Tenside bleiben als klebriger Film auf dem Boden zurück, der neuen Schmutz anzieht. Glänzende Flächen werden stumpf, Böden rutschiger, und Pflegefilme bauen sich ungleichmäßig auf. Hinzu kommen unnötige Kosten und eine höhere Belastung von Abwasser und Haut.

  • Bei Desinfektionsmitteln ist die Konzentration Teil der Wirksamkeit. Nur die angegebene Kombination aus Konzentration und Einwirkzeit gilt als geprüft.
  • Eine feste Dosierung erleichtert die Betriebsanweisung und die Unterweisung neuer Kräfte.
  • Geschlossene Systeme reduzieren Spritzer und Hautkontakt mit dem Konzentrat.

Praxisbeispiel und typische Fehler

In einer Praxis in Neumünster stehen im Putzraum drei Produkte: ein Unterhaltsreiniger, ein Sanitärreiniger und ein Flächendesinfektionsmittel. Statt Kappen gibt es eine Wandstation mit drei farbig markierten Tasten, die zum Farbsystem der Tücher passen. Wer den Eimer füllt, drückt die passende Taste und bekommt die richtige Mischung. Die Vertretung im Urlaub muss nur das Farbsystem kennen.

Häufige Fehler sind ein „Schuss extra“ bei starker Verschmutzung, nachgefüllte Sprühflaschen ohne Etikett und Anlagen, deren Schläuche nach einem Produktwechsel nicht umgestellt wurden. Gerade beim Umfüllen gilt: Jedes Gebinde braucht eine eindeutige Kennzeichnung.

Staffclean arbeitet in der Unterhaltsreinigung mit festen Teams, die das Dosierkonzept im Objekt kennen. Hintergründe zur Mittelwahl finden Sie im Ratgeber Umweltzeichen bei Reinigungsmitteln.

Fragen zum Begriff — kurz beantwortet

Lohnt sich ein Dosiersystem auch in kleinen Objekten?

Eine einfache Dosierpumpe oder Portionsbeutel genügen oft schon. Entscheidend ist, dass die richtige Menge nicht vom Augenmaß abhängt.

Wer stellt das Dosiersystem bereit?

Das ist Vereinbarungssache. Meist bringt die Reinigungsfirma Mittel und Dosierhilfen mit. Bei fest montierten Anlagen sollte im Vertrag stehen, wem sie gehört und wer sie wartet.

Kann man mehr Mittel nehmen, wenn es schmutziger ist?

Nur, wenn der Hersteller für starke Verschmutzung eine höhere Dosierung vorsieht. Sonst hilft eher längere Einwirkzeit oder mehr Mechanik als ein höherer Mittelanteil.

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