
Glossar
Farbcodierung
Sie wissen danach, wie ein Farbsystem in der Reinigung funktioniert, welche Zuordnung üblich ist und worauf es bei der Einführung ankommt.
Prinzip
Farbcodierung heißt: Jeder Bereich bekommt eine eigene Farbe für Tücher, Eimer, Mopps und oft auch Handschuhe. Wer ein rotes Tuch in der Hand hält, weiß sofort, dass es nur für WC und Urinal gedacht ist. So wird verhindert, dass Keime aus dem Sanitärbereich auf Tische, Griffe oder Küchenflächen gelangen – die klassische Kreuzkontamination.
Das System funktioniert unabhängig von Sprache und Erfahrung. Gerade bei wechselnden Teams oder Vertretungen ist das ein großer Vorteil.
Übliche Zuordnung
Eine verbindliche Norm für die Farben gibt es nicht. In der Gebäudereinigung hat sich aber weithin diese Zuordnung durchgesetzt:
| Farbe | Bereich | Beispiele |
|---|---|---|
| Rot | WC, Urinal, Fliesen im WC-Umfeld | Toilettenbecken, Spülkasten, Trennwände |
| Gelb | Sanitär ohne WC | Waschbecken, Armaturen, Spiegel, Duschen |
| Blau | Büro und allgemeine Flächen | Schreibtische, Türen, Fensterbänke, Schränke |
| Grün | Küche und Lebensmittelbereich | Teeküche, Kantine, Arbeitsflächen |
Manche Einrichtungen nutzen weitere Farben, etwa für Isolierzimmer. Entscheidend ist, dass die Zuordnung im Hygieneplan oder Reinigungsplan schriftlich festgehalten ist.
Einführung in der Praxis
- Farbtafel gut sichtbar am Reinigungswagen und im Putzmittelraum anbringen.
- Nicht nur Tücher, auch Eimer und Mopphalter farblich kennzeichnen.
- Getrennt waschen oder zumindest so, dass die Wäsche sicher keimarm wird; Hinweise dazu im Beitrag Mikrofaser richtig waschen.
- Neue Mitarbeitende am ersten Tag einweisen und die Farbregel bei Kontrollen mitprüfen.
- Beim Auftraggeber abstimmen, ob eigene Farbregeln des Hauses gelten, zum Beispiel in Kliniken.
Häufige Fehler
In der Praxis scheitert das System selten an der Idee, sondern an Kleinigkeiten: Es fehlen Tücher einer Farbe, also wird kurzerhand eine andere genommen. Oder ein Mikrofasertuch verblasst nach vielen Wäschen, bis Gelb und Grün kaum noch zu unterscheiden sind. In einem Hotel in Lübeck etwa hilft ein fester Bestand je Etage und das Aussortieren ausgeblichener Textilien. Einen Überblick gibt auch der Beitrag Farbsystem für Reinigungstücher. In der Unterhaltsreinigung arbeiten die Teams von Staffclean mit festem Farbsystem.
Fragen zum Begriff — kurz beantwortet
Ist eine Farbcodierung vorgeschrieben?
Eine allgemeine gesetzliche Pflicht für bestimmte Farben gibt es nicht. Viele Hygienepläne und Leistungsverzeichnisse verlangen aber eine Bereichstrennung, und ein Farbsystem ist der einfachste Weg dazu.
Was tun, wenn das eigene Haus andere Farben nutzt?
Dann gilt die Zuordnung des Auftraggebers. Wichtig ist nur, dass alle Beteiligten dieselbe Regel kennen und sie schriftlich festgehalten ist.
Gilt die Farbcodierung auch für Mopps?
Ja, besonders für Bodenmopps im Sanitärbereich. Sie sollten nie in Büro- oder Küchenbereichen weiterverwendet werden.
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