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Farbsystem für Tücher: warum Rot nie ins Büro gehört

Sie wissen danach, wie die Farbcodierung funktioniert, wo sie an Grenzen stößt und wie Sie prüfen, ob sie im Alltag gelebt wird.

4 Min. LesezeitStand: 8. Oktober 2026Redaktion Staffclean

Das Problem: Keime reisen mit dem Tuch

Ein Reinigungstuch nimmt auf, was es abwischt. Wird dasselbe Tuch erst am WC und danach am Schreibtisch benutzt, wandern Keime aus dem Sanitärbereich direkt an Tastatur und Telefon. Fachleute sprechen von Kreuzkontamination. Sie passiert nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil im Arbeitsalltag niemand jedes Tuch im Kopf behält.

Die einfachste Antwort darauf ist eine Regel, die man sehen kann: Jeder Bereich bekommt eine eigene Farbe, und Tücher, Mopps, Eimer oder Sprühflaschen dieser Farbe verlassen ihren Bereich nicht. So erkennt jede Reinigungskraft, auch eine Vertretung am ersten Tag, sofort, was wohin gehört.

Die übliche Zuordnung der vier Farben

Eine gesetzlich vorgeschriebene Farbtabelle gibt es nicht. In der Gebäudereinigung hat sich aber eine Zuordnung eingebürgert, die in vielen Objekten so oder sehr ähnlich verwendet wird. Entscheidend ist, dass im eigenen Objekt eine Regel festgelegt und schriftlich hinterlegt ist.

FarbeTypischer EinsatzbereichBeispiele
RotWC-Becken, Urinale und ihr direktes UmfeldToilettensitz, Spülkasten, Fliesen rund um das WC
Gelbübrige SanitärflächenWaschbecken, Armaturen, Spiegel, Wandfliesen im Waschraum
BlauBüro und allgemeine FlächenSchreibtische, Schränke, Türen, Fensterbänke, Heizkörper
GrünKüche und LebensmittelbereichTeeküche, Arbeitsflächen, Kühlschrankgriffe, Kantine

Manche Objekte arbeiten mit abweichenden Farben, etwa wenn ein Krankenhaus oder ein Lebensmittelbetrieb ein eigenes System im Hygieneplan festgeschrieben hat. Dann gilt dieses. Wichtig ist nur, dass nicht zwei Systeme gleichzeitig im Haus laufen.

Warum gerade Rot die Grenze markiert

Die Farbe Rot steht für den Bereich mit der höchsten Keimbelastung im normalen Gebäude. Ein rotes Tuch gehört zu Toilette und Urinal und bleibt dort, auch wenn es frisch aus der Wäsche kommt. Im Büro, an Türklinken oder in der Teeküche hat ein rotes Tuch nichts zu suchen. Sieht man es dort, ist das ein klares Zeichen, dass die Trennung nicht funktioniert.

Umgekehrt gilt dasselbe: Ein grünes Küchentuch wird nicht schnell für den Spiegel im Waschraum genommen, nur weil es gerade zur Hand ist. Gerade diese kleinen Ausnahmen machen die Regel kaputt. Deshalb führen gut organisierte Teams für jeden Bereich genug Tücher mit, damit niemand improvisieren muss.

Wo das Farbsystem an seine Grenzen stößt

  • Gemeinsame Wäsche: Wenn rote und blaue Tücher zusammen gewaschen werden, ist die Trennung nur noch halb so viel wert. Die Aufbereitung gehört deshalb mit in das System.
  • Mopps und Eimer: Ein farbiges Tuch nützt wenig, wenn der Boden im WC und im Büro mit demselben Mopp gewischt wird. Auch Bodengeräte brauchen eine Zuordnung.
  • Unbeschriftete Sprühflaschen: Farbige Flaschen helfen beim Zuordnen, ersetzen aber nicht die Kennzeichnung des Inhalts.
  • Wechselnde Personen: Ohne kurze Einweisung kennt eine Vertretung die Regel nicht. Ein laminiertes Blatt im Reinigungsraum hilft.

Wie Tücher so gewaschen werden, dass sie wirksam bleiben und keine Keime weitertragen, steht im Beitrag Mikrofaser richtig waschen.

So prüfen Sie, ob das System gelebt wird

Sie können die Farbcodierung ohne Fachwissen kontrollieren. Schauen Sie während oder kurz nach der Reinigung auf den Reinigungswagen: Sind die Tücher nach Farben getrennt? Gibt es eigene Eimer oder Behälter? Liegt im Waschraum ein rotes Tuch neben einem blauen? Ein kurzer Blick in den Reinigungsraum zeigt außerdem, ob Schmutzwäsche getrennt gesammelt wird.

In einem Büro in Hamburg-Altona hing nach einem Teamwechsel ein Farbschema neben dem Wagenstellplatz, und die neue Kollegin konnte sich daran vom ersten Tag an orientieren. Solche einfachen Hilfen sind wirksamer als jede lange Arbeitsanweisung. Halten Sie die vereinbarte Farbzuordnung am besten im Leistungsverzeichnis oder im Reinigungsplan fest, damit sie auch beim Wechsel des Dienstleisters erhalten bleibt.

Staffclean setzt in der Unterhaltsreinigung und in der Hygienereinigung auf feste Teams, die die Farbregeln ihres Objekts kennen.

Häufige Fragen — kurz beantwortet

Ist die Farbcodierung für Reinigungstücher gesetzlich vorgeschrieben?

Eine feste Farbtabelle schreibt das Gesetz nicht vor. Die Farbcodierung ist ein in der Branche verbreitetes Mittel, um Keimverschleppung zu vermeiden. In Einrichtungen mit Hygieneplan legt dieser fest, wie Bereiche getrennt werden.

Reicht es, nur die Tücher farbig zu trennen?

Nein. Auch Mopps, Eimer und die Wäsche gehören dazu. Wer Tücher trennt, aber alles zusammen wäscht oder mit einem Mopp durch alle Räume geht, verliert einen großen Teil der Wirkung.

Was tun, wenn ich ein rotes Tuch im Büro entdecke?

Sprechen Sie den Objektleiter oder Ihre feste Ansprechperson bei der Reinigungsfirma direkt an. Meist steckt eine fehlende Einweisung oder zu wenig Material dahinter, und beides lässt sich schnell beheben.

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