
Glossar
Hygieneplan
Sie wissen danach, welche Einrichtungen einen Hygieneplan führen müssen, wie er aufgebaut ist und welchen Teil die Gebäudereinigung übernimmt.
Definition und Rechtsgrundlage
Ein Hygieneplan ist das schriftliche Regelwerk einer Einrichtung zur Infektionshygiene. Er beschreibt innerbetriebliche Verfahren: welche Flächen, Gegenstände und Hände wann, wie, womit und von wem gereinigt oder desinfiziert werden.
Nach § 36 Absatz 1 des Infektionsschutzgesetzes müssen unter anderem Gemeinschaftseinrichtungen nach § 33 – dazu zählen Kitas und Schulen –, Obdachlosen- und Massenunterkünfte sowie Justizvollzugsanstalten ihre Verfahren zur Infektionshygiene in Hygieneplänen festlegen. Sie unterliegen der Überwachung durch das Gesundheitsamt. Für Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen gelten weitere Vorgaben aus dem Infektionsschutzgesetz und den Hygieneverordnungen der Länder; die Einzelheiten sollte jede Einrichtung an der jeweiligen Rechtsgrundlage prüfen.
Typischer Aufbau
Bewährt hat sich eine tabellarische Form, die man direkt an den Reinigungswagen oder in den Sanitärraum hängen kann:
| Spalte | Beispielinhalt |
|---|---|
| Was | Waschbecken und Armaturen im Gruppenraum |
| Wann | täglich nach Betriebsende |
| Wie | feucht reinigen, bei Bedarf desinfizierend wischen |
| Womit | Sanitärreiniger, Tuch in Rot laut Farbsystem |
| Wer | Reinigungsdienst |
| Bei Anlass | Ausbruchsmittel laut Anhang, Freigabe durch Leitung |
Dazu kommen Abschnitte zu Händehygiene, Umgang mit Wäsche und Abfall, Lebensmitteln, Schutzausrüstung und dem Vorgehen bei meldepflichtigen Erkrankungen.
Rolle der Reinigungsfirma
Den Hygieneplan erstellt und verantwortet die Einrichtung. Die Reinigungsfirma setzt den Teil um, der ihr übertragen ist, und sollte ihn deshalb vollständig kennen. In der Praxis bewährt sich:
- Leistungsverzeichnis und Hygieneplan nebeneinanderlegen und Widersprüche vor Arbeitsbeginn klären.
- Mittel mit passendem Wirkspektrum bereitstellen, am besten aus der VAH-Liste, wenn der Plan das verlangt.
- Ein festes Farbsystem für Tücher und Mopps einführen.
- Abläufe für den Ausbruchsfall vorher absprechen, etwa die Schlussdesinfektion.
- Mitarbeitende zum Plan unterweisen und Änderungen schriftlich nachziehen.
Praxisbeispiel
Eine Kita in Elmshorn aktualisiert ihren Hygieneplan nach einem Hinweis des Gesundheitsamts. Für den Reinigungsdienst ändern sich zwei Punkte: Spielzeug aus dem Krippenbereich wird häufiger aufbereitet, und für Magen-Darm-Fälle ist ein eigenes Mittel festgelegt. Beides wird in den Reinigungsplan übernommen und mit dem Team besprochen. Wie das im Detail aussieht, beschreibt der Ratgeber Kitareinigung und Hygieneplan. Staffclean arbeitet in der Hygienereinigung nach dem Hygieneplan der jeweiligen Einrichtung.
Fragen zum Begriff — kurz beantwortet
Braucht ein normales Büro einen Hygieneplan?
Eine Pflicht nach § 36 IfSG besteht für Büros nicht. Ein einfacher Reinigungsplan mit Intervallen und Zuständigkeiten ist trotzdem sinnvoll, besonders für Sanitärräume und Teeküchen.
Wer schreibt den Hygieneplan?
Die Einrichtung selbst, oft mit Unterstützung einer Hygienefachkraft oder des Gesundheitsamts. Die Reinigungsfirma kann zu ihrem Teil fachlich beraten, verantwortet den Plan aber nicht.
Wie oft wird der Hygieneplan überprüft?
Er sollte regelmäßig und bei jeder Änderung von Abläufen, Mitteln oder Räumen überprüft werden. Auch nach einem Ausbruch lohnt ein Blick, ob die Vorgaben gegriffen haben.
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