
Glossar
Qualitätsmesssystem
Sie wissen danach, was ein Qualitätsmesssystem in der Gebäudereinigung leistet, wie es aufgebaut ist und welche Rolle die DIN EN 13549 spielt.
Definition
Ein Qualitätsmesssystem ist ein festgelegtes Verfahren, mit dem die Reinigungsqualität nach einheitlichen Regeln bewertet wird. Es bestimmt, welche Räume geprüft werden, welche Kriterien gelten, wie Mängel gewichtet werden und ab welchem Ergebnis eine Leistung als in Ordnung gilt.
Die europäische Norm DIN EN 13549 trägt den Titel „Reinigungsdienstleistungen – Grundanforderungen und Empfehlungen für Qualitätsmesssysteme“. Sie beschreibt, was ein solches System grundsätzlich leisten soll. Die genaue Ausgestaltung, also Kriterien, Stichprobenumfang und Grenzwerte, vereinbaren Auftraggeber und Reinigungsfirma für ihr Objekt.
Bausteine eines Messsystems
| Baustein | Inhalt | Beispiel |
|---|---|---|
| Raumgruppen | Räume mit ähnlicher Nutzung zusammenfassen | Büros, Sanitär, Flure, Besprechung |
| Prüfobjekte | was in einem Raum bewertet wird | Boden, Tische, Papierkorb, Spiegel |
| Mängelarten | welche Abweichung zählt | Staub, Flecken, Streifen, nicht geleert |
| Gewichtung | wie schwer ein Mangel wiegt | Hygienemangel im Sanitärraum stärker |
| Stichprobe | wie viele Räume je Kontrolle | feste Auswahl, wechselnd über die Monate |
| Bewertung | Grenze für akzeptables Ergebnis | vereinbarte Höchstzahl an Mängelpunkten |
Einführung im Objekt
- Raumgruppen aus dem Raumbuch übernehmen.
- Kriterien je Raumgruppe gemeinsam festlegen und schriftlich in den Vertrag aufnehmen.
- Eine Probephase vereinbaren, in der Ergebnisse noch keine Folgen haben.
- Termine und Teilnehmer der Messungen planen.
- Ergebnisse auswerten, Ursachen suchen und den Reinigungsplan anpassen.
Nutzen und Grenzen
Der größte Nutzen liegt in der Vergleichbarkeit. Ergebnisse lassen sich über Monate verfolgen, und Diskussionen über „sauber“ oder „nicht sauber“ werden sachlicher. Für die ergebnisorientierte Reinigung ist ein Messsystem fast unverzichtbar.
Grenzen gibt es auch: Ein Messsystem bewertet sichtbare Sauberkeit, nicht den hygienischen Zustand im mikrobiologischen Sinn. Dafür braucht es Verfahren wie den Abklatschtest. Beispiel: Ein Versicherungsbüro in Hamburg-Wandsbek prüft monatlich zehn zufällig gewählte Räume aus vier Raumgruppen. Nach drei Monaten zeigt sich, dass vor allem Besprechungsräume abweichen, worauf ein zusätzlicher Durchgang nach Belegung eingeplant wird. Mehr im Ratgeber Qualitätskontrolle in der Reinigung. Staffclean bespricht Messsysteme im Rahmen der Gebäudereinigung.
Fragen zum Begriff — kurz beantwortet
Ist die DIN EN 13549 verpflichtend?
Nein, Normen sind grundsätzlich freiwillig. Sie werden verbindlich, wenn Auftraggeber und Reinigungsfirma sie im Vertrag vereinbaren.
Wer führt die Messungen durch?
Häufig die Objektleitung gemeinsam mit einer Person des Auftraggebers. Bei größeren Objekten werden manchmal auch unabhängige Prüfer beauftragt.
Lohnt sich ein Messsystem für kleine Objekte?
In einfacher Form ja. Schon eine kurze Checkliste mit festen Kriterien und regelmäßigen Terminen macht Ergebnisse vergleichbar. Ein umfangreiches System lohnt sich eher bei großen Flächen.
Passende Leistungen
Verwandte Begriffe und Ratgeber
Reinigung, die zu Ihrem Objekt passt
Ob Büro, Praxis, Treppenhaus oder Halle: Wir sehen uns Ihr Objekt an und erstellen ein Angebot mit klarer Leistungsbeschreibung — kostenlos und unverbindlich.