Glossar

Sauberkeitsgrad

Wie sich der Sauberkeitsgrad beschreiben lässt und warum er je Raum unterschiedlich sein darf.

2 Min. LesezeitStand: 8. Oktober 2026Redaktion Staffclean

Bedeutung

Der Sauberkeitsgrad beschreibt, wie sauber ein Raum oder eine Fläche zu einem bestimmten Zeitpunkt sein soll oder tatsächlich ist. Er richtet den Blick auf das Ergebnis, nicht auf die Zahl der Arbeitsgänge. Ein Eingangsbereich bei Regenwetter in Flensburg braucht für denselben Sauberkeitsgrad mehr Aufwand als ein selten genutzter Besprechungsraum.

Eine einheitliche, gesetzlich festgelegte Skala gibt es nicht. In Verträgen und Leistungsbeschreibungen wird der gewünschte Zustand deshalb meist in Worten beschrieben oder über ein vereinbartes Bewertungsschema mit Stufen festgelegt. Die Norm DIN EN 13549 behandelt Grundanforderungen an Qualitätsmesssysteme für Reinigungsdienstleistungen und bietet dafür einen Rahmen.

Beispiel für eine Beschreibung

RaumgruppeGewünschter Zustand nach der Reinigung
SanitärräumeOberflächen frei von sichtbaren Verschmutzungen, Kalk und Gerüchen, Spender befüllt
Büroarbeitsplätzefreie Tischflächen staubfrei, Boden ohne losen Schmutz, Abfall entsorgt
Eingang und FlureLaufwege ohne Schmutzspuren, Glastüren ohne Griffspuren in Griffhöhe
Lager und TechnikBöden frei von groben Verschmutzungen, Wege begehbar

Solche Beschreibungen werden je Raumgruppe festgelegt. So muss nicht jedes Büro wie ein Behandlungsraum behandelt werden, und der Aufwand bleibt dort, wo er gebraucht wird.

Einsatz im Vertrag und bei Kontrollen

Bei der ergebnisorientierten Reinigung ist der Sauberkeitsgrad die eigentliche Vertragsgrundlage. Die Reinigungsfirma entscheidet selbst, wie oft sie eine Fläche bearbeitet, solange der vereinbarte Zustand erreicht wird. Bei klassischen Leistungsverzeichnissen mit festen Intervallen dient er als Maßstab für Kontrollen.

Wichtig ist der Zeitpunkt der Bewertung. Ein Teppich in einer Schule in Itzehoe sieht direkt nach der Reinigung anders aus als nach dem ersten Pausenhof. Gute Vereinbarungen sagen deshalb, wann geprüft wird, etwa unmittelbar nach dem Reinigungsdurchgang.

  • Zustand je Raumgruppe in klaren, prüfbaren Worten beschreiben
  • Zeitpunkt der Bewertung festlegen
  • Bewertungsschema und Stichprobenumfang vereinbaren
  • Ergebnisse gemeinsam besprechen statt nur Punkte zu sammeln

Abgrenzung

Der Sauberkeitsgrad ist nicht dasselbe wie hygienische Sicherheit. Eine Fläche kann optisch sauber sein und trotzdem Keime tragen. Wo Hygiene gefordert ist, legen Hygieneplan und gegebenenfalls Messverfahren wie die ATP-Messung zusätzliche Anforderungen fest. Für die Stichprobenkontrolle ist der vereinbarte Sauberkeitsgrad der Maßstab. In der Unterhaltsreinigung bespricht Staffclean diese Erwartungen schon bei der Begehung.

Fragen zum Begriff — kurz beantwortet

Gibt es eine Norm mit festen Sauberkeitsstufen?

Eine allgemein verbindliche Skala gibt es nicht. Die DIN EN 13549 beschreibt Grundanforderungen an Qualitätsmesssysteme, die konkreten Stufen und Kriterien werden im Vertrag vereinbart.

Warum sollte der Sauberkeitsgrad je Raum unterschiedlich sein?

Weil Räume unterschiedlich genutzt werden. Ein einheitlich hoher Anspruch für alle Flächen treibt den Aufwand, ohne dass Nutzer einen Unterschied bemerken.

Wer bewertet den Sauberkeitsgrad?

Meist der Auftraggeber zusammen mit dem Objektleiter der Reinigungsfirma. Gemeinsame Begehungen vermeiden, dass jede Seite einen anderen Maßstab anlegt.

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