
Glossar
Unterweisung
Wann eine Unterweisung fällig ist, was sie umfasst und wie sie dokumentiert wird.
Begriff und Rechtsgrundlage
Die Unterweisung ist die Anleitung der Beschäftigten zu Sicherheit und Gesundheitsschutz bei ihrer konkreten Arbeit. Nach § 12 des Arbeitsschutzgesetzes muss der Arbeitgeber ausreichend und angemessen unterweisen, und zwar während der Arbeitszeit. Fällig ist sie bei der Einstellung, bei veränderten Aufgaben, bei neuen Arbeitsmitteln oder Technologien und vor Aufnahme der Tätigkeit. Bei Bedarf wird sie regelmäßig wiederholt.
Wer mit Gefahrstoffen arbeitet, für den gilt zusätzlich § 14 GefStoffV: Unterwiesen wird vor Beginn der Beschäftigung und danach mindestens jährlich, mündlich und arbeitsplatzbezogen, auf Grundlage der Betriebsanweisung. Inhalt und Zeitpunkt werden schriftlich festgehalten und von den Unterwiesenen per Unterschrift bestätigt.
Typische Inhalte in der Gebäudereinigung
- Umgang mit den eingesetzten Reinigungsmitteln und Dosierung
- Hautschutz, Handschuhwahl und Verhalten bei Feuchtarbeit
- Rutsch- und Stolpergefahren, Absichern nasser Flächen
- sichere Bedienung von Maschinen wie Einscheibenmaschine oder Scheuersaugmaschine
- Arbeiten mit Leitern, Tritten und Teleskopstangen
- Verhalten bei Unfällen, Erste Hilfe, Notrufnummern
- Objektbesonderheiten: Alarmanlage, gesperrte Bereiche, Ansprechpartner vor Ort
Ablauf an einem Beispiel
Eine Reinigungskraft beginnt in einem Pflegeheim in Bad Segeberg. Vor dem ersten Einsatz erklärt der Objektleiter die Betriebsanweisungen der Desinfektionsmittel, zeigt den Hautschutzplan, die Farbcodierung der Tücher und den Weg zum Notausgang. Danach arbeitet sie zwei Schichten an der Seite einer erfahrenen Kollegin. Beide unterschreiben die Unterweisung mit Datum und Themen.
Wichtig ist, dass die Unterweisung verstanden wird. Ein abgelesener Text ohne Rückfragen erfüllt den Zweck nicht. Kurze Vorführungen, Fragen und Bilder helfen, besonders wenn nicht alle im Team gut Deutsch sprechen.
| Anlass | Beispiel |
|---|---|
| Neueinstellung | erster Arbeitstag im Objekt |
| neues Objekt | Wechsel von Büro in eine Arztpraxis |
| neues Mittel oder Gerät | Umstellung auf ein anderes Desinfektionsmittel |
| Wiederholung | jährlicher Termin für das ganze Team |
| nach einem Ereignis | Beinahe-Unfall auf nasser Treppe |
Abgrenzung
Die Unterweisung ist mehr als die Einarbeitung in Reinigungstechnik. Sie betrifft Sicherheit und Gesundheit. Grundlage sind die Gefährdungsbeurteilung und die Betriebsanweisung. Für die Reinigungskräfte ist ihr Arbeitgeber zuständig. Der Auftraggeber liefert die Informationen zu seinem Gebäude, wie im Ratgeber Arbeitsschutz-Koordination beschrieben. In Einrichtungen mit Hygiene Plus gehören bei Staffclean auch Hygieneregeln des Hauses zur Einweisung.
Fragen zum Begriff — kurz beantwortet
Wie oft muss unterwiesen werden?
Nach dem Arbeitsschutzgesetz bei Einstellung, bei Veränderungen und bei Bedarf wiederholt. Wer mit Gefahrstoffen arbeitet, wird nach der Gefahrstoffverordnung mindestens jährlich unterwiesen.
Zählt die Unterweisung zur Arbeitszeit?
Ja. Das Arbeitsschutzgesetz verlangt die Unterweisung ausdrücklich während der Arbeitszeit.
Reicht ein Video als Unterweisung?
Ein Video kann unterstützen. Die Unterweisung zu Gefahrstoffen muss aber mündlich und arbeitsplatzbezogen erfolgen, Rückfragen müssen möglich sein.
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