
Glossar
Desinfektion
Was Desinfektion bedeutet, wie sie sich von Reinigung und Sterilisation abgrenzt und in welchen Objekten sie zur Reinigungsleistung gehört.
Definition
Desinfektion bedeutet, krankmachende Mikroorganismen auf Flächen, Gegenständen oder der Haut so weit abzutöten oder unschädlich zu machen, dass von ihnen keine Infektion mehr ausgehen kann. Ziel ist also eine gezielte Keimreduktion, keine Keimfreiheit. Völlige Keimfreiheit ist Aufgabe der Sterilisation, die zum Beispiel bei Medizinprodukten angewendet wird.
Im Gebäude geht es fast immer um die Desinfektion von Flächen. Händedesinfektion, Instrumentenaufbereitung und Wäschedesinfektion sind eigene Fachgebiete, die nicht zur Gebäudereinigung gehören.
Reinigung, Desinfektion, Sterilisation
| Maßnahme | Ziel | Typischer Ort |
|---|---|---|
| Reinigung | Schmutz entfernen, Keimzahl dabei senken | Büro, Treppenhaus, Handel |
| Desinfektion | Krankheitserreger gezielt unschädlich machen | Praxis, Pflegeheim, Sanitärbereich mit Risiko |
| Sterilisation | alle Mikroorganismen abtöten | Aufbereitung von Medizinprodukten |
Für Büros, Schulen und Wohnhäuser ist eine gründliche Reinigung in aller Regel ausreichend. Desinfektion ist dort nur in besonderen Lagen angezeigt, etwa nach Erbrechen oder bei einem Ausbruch. Wann welche Maßnahme sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber Desinfektion oder Reinigung.
Formen der Flächendesinfektion
In der Praxis unterscheidet man die laufende, vorbeugende Routinedesinfektion von der gezielten Desinfektion bei einer erkannten Verunreinigung oder Infektion. Häufig werden Reinigung und Desinfektion in einem Arbeitsgang verbunden; das heißt dann desinfizierende Reinigung. Die übliche Technik dabei ist die Wischdesinfektion.
Für medizinische Einrichtungen hat die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut 2022 eine aktualisierte Empfehlung zur Reinigung und Desinfektion von Flächen veröffentlicht. Sie ist für viele Hygienepläne die fachliche Grundlage.
Was Auftraggeber regeln sollten
- Welche Flächen werden desinfiziert, welche nur gereinigt?
- Welches Mittel mit welchem Wirkspektrum, in welcher Konzentration und mit welcher Einwirkzeit?
- Wer gibt den Hygieneplan vor und wer aktualisiert ihn?
- Wie wird im Ausbruchsfall kurzfristig nachgesteuert?
- Wie werden Beschäftigte unterwiesen und geschützt?
Ein Beispiel: In einer Hausarztpraxis in Neumünster werden Behandlungsliegen, Untersuchungsflächen und Sanitärbereiche täglich desinfizierend gereinigt, Wartezimmer und Büro dagegen normal. Diese Trennung spart Mittel und schont Oberflächen, ohne die Hygiene zu schwächen. Staffclean bietet Desinfektionsleistungen im Rahmen von Hygiene Plus an.
Fragen zum Begriff — kurz beantwortet
Ist Desinfektion im Büro sinnvoll?
Im Normalbetrieb meist nicht. Gründliche Reinigung der Kontaktflächen genügt in der Regel. Desinfektion kommt bei besonderen Anlässen wie Erbrochenem oder einem Ausbruch infrage.
Wirkt jedes Desinfektionsmittel gegen alle Erreger?
Nein. Jedes Mittel hat ein bestimmtes Wirkspektrum. Für Noroviren braucht man zum Beispiel andere Mittel als für viele Bakterien. Die Auswahl richtet sich nach dem Erreger und dem Einsatzzweck.
Muss vor der Desinfektion gereinigt werden?
Grobe Verschmutzungen sollten entfernt werden, weil sie die Wirkung behindern. Bei Desinfektionsreinigern geschieht beides in einem Schritt.
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