Glossar

Desinfizierende Reinigung

Was hinter dem Begriff steckt, welche Mittel dafür verwendet werden und worauf es bei Dosierung, Tuchwechsel und Einwirkzeit ankommt.

2 Min. LesezeitStand: 8. Oktober 2026Redaktion Staffclean

Begriff

Bei der desinfizierenden Reinigung werden Schmutz entfernt und Krankheitserreger reduziert, und zwar in einem einzigen Arbeitsgang. Dafür kommt ein Desinfektionsreiniger zum Einsatz, also ein Mittel, das reinigende Bestandteile und desinfizierende Wirkstoffe kombiniert. Die Fläche wird damit gewischt und anschließend in Ruhe gelassen, bis die Einwirkzeit vorbei ist.

Der Begriff taucht häufig in Hygieneplänen von Arztpraxen, Pflegeheimen und Kliniken auf. Auch die DIN 13063 zur Krankenhausreinigung trägt ihn im Titel: „Anforderungen an die Reinigung und desinfizierende Reinigung in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen“.

Abgrenzung

VorgehenArbeitsgängeWann üblich
Reinigungeiner, ohne Desinfektionswirkstoffdie meisten Flächen in Büro und Wohnhaus
Desinfizierende Reinigungeiner, mit DesinfektionsreinigerPatientennahe Flächen, Sanitär in Praxis und Heim
Reinigung, danach Desinfektionzwei getrennte Schrittestark verschmutzte Flächen, bestimmte Erreger

Die zweistufige Variante wird gewählt, wenn viel organisches Material auf der Fläche liegt oder der Hygieneplan es für bestimmte Erreger verlangt. Für den Normalbetrieb in Praxen ist die einstufige desinfizierende Reinigung verbreitet.

Worauf es ankommt

  • Mittel mit passendem Wirkspektrum wählen, zum Beispiel aus der VAH-Liste.
  • Konzentration genau einhalten, am besten mit einem Dosiersystem; Augenmaß führt zu Unter- oder Überdosierung.
  • Ausreichend Lösung auf die Fläche bringen, damit sie vollständig benetzt ist.
  • Einwirkzeit abwarten, nicht nachtrocknen.
  • Tücher oder Mopps nach jedem Raum oder Bereich wechseln, sonst werden Keime verteilt.
  • Haut schützen: Handschuhe tragen, den Hautschutzplan beachten.

Für Reinigungskräfte sind Desinfektionsreiniger Gefahrstoffe. Die DGUV Regel 101-019 zum Umgang mit Reinigungs- und Pflegemitteln und das Kennzeichnungssystem GISCODE helfen bei der Einordnung und bei der Unterweisung.

Praxisbeispiel

In einem Pflegeheim in Bad Segeberg werden Nachttische, Bettgestelle, Griffe und Sanitärbereiche täglich desinfizierend gereinigt. Für die Böden in den Bewohnerzimmern genügt laut Hygieneplan im Normalbetrieb eine Reinigung; bei einem Ausbruch wird auf desinfizierende Reinigung umgestellt. Die Reinigungskräfte nutzen vorgetränkte Mopps und Tücher in Farbcodierung, damit Sanitär- und Wohnbereich nie mit demselben Material bearbeitet werden.

Mehr zu den Grundlagen unter Desinfektion und Farbcodierung, zu Pflegeeinrichtungen im Ratgeber Reinigung im Pflegeheim. Staffclean führt desinfizierende Reinigung im Rahmen von Hygiene Plus aus.

Fragen zum Begriff — kurz beantwortet

Ist desinfizierende Reinigung dasselbe wie Desinfektion?

Nicht ganz. Die Desinfektion zielt nur auf Erreger. Die desinfizierende Reinigung entfernt zusätzlich Schmutz, beides in einem Arbeitsgang mit einem Desinfektionsreiniger.

Darf man Desinfektionsreiniger mit anderen Reinigern mischen?

Nein. Mischungen können die Wirkung aufheben oder gefährliche Reaktionen auslösen. Es wird nur das vorgesehene Mittel in der vorgegebenen Konzentration verwendet.

Warum soll man die Fläche nicht trocken nachwischen?

Weil die Einwirkzeit sonst unterbrochen wird. Das Mittel braucht die angegebene Zeit auf der Fläche, um zu wirken.

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