
Glossar
Wischdesinfektion
Wie die Wischdesinfektion abläuft, welche Hilfsmittel sich bewährt haben und welche Fehler im Alltag am häufigsten vorkommen.
Begriff
Die Wischdesinfektion ist die gebräuchlichste Technik der Flächendesinfektion. Ein Tuch oder Mopp wird mit Desinfektionslösung getränkt und mit leichtem Druck über die Fläche geführt. Die Mechanik löst Verschmutzungen, die Lösung benetzt die gesamte Fläche und bleibt dort, bis die Einwirkzeit vorüber ist.
Sprüh- oder Vernebelungsverfahren erreichen Flächen oft nur ungleichmäßig, und Beschäftigte atmen die Tröpfchen ein. Fachliche Empfehlungen bevorzugen daher für Flächen das Wischen; Sprühen bleibt auf Stellen beschränkt, die sich nicht wischen lassen.
Hilfsmittel
| Hilfsmittel | Einsatz | Vorteil |
|---|---|---|
| Gebrauchsfertige Tuchspender | kleine Flächen, Griffe, Geräte | gleichbleibende Tränkung, schnell griffbereit |
| Mehrwegtücher aus Mikrofaser | Inventar und Sanitär | gute Schmutzaufnahme, nach Gebrauch aufbereitet |
| Vorgetränkte Mopps | Böden | je Raum ein frischer Mopp, kein Eimerwasser |
| Farbcodierte Tücher | alle Bereiche | trennt Sanitär, Patientenbereich und Küche |
Bei Mehrwegtüchern ist die Aufbereitung entscheidend: Sie müssen so gewaschen werden, dass sie danach selbst keine Keime mehr übertragen. Hinweise dazu gibt der Beitrag Mikrofaser richtig waschen.
Ablauf und typische Fehler
- Von sauber nach schmutzig arbeiten: erst Ablagen und Griffe, zuletzt das WC.
- Von oben nach unten arbeiten, damit nichts auf bereits behandelte Flächen tropft.
- In einer Richtung oder in Schlangenlinien wischen, nicht im Kreis.
- Tuch wechseln, sobald es sichtbar verschmutzt oder trocken ist, spätestens nach jedem Bereich.
- Niemals ein benutztes Tuch zurück in die Lösung tauchen.
- Fläche nicht trocken nachwischen, die Lösung muss einwirken.
Der häufigste Fehler ist ein zu trockenes oder überladenes Tuch: Die Fläche wird nicht vollständig benetzt, oder Keime werden von einem Bereich in den nächsten getragen. Mehr dazu unter Kreuzkontamination und Einwirkzeit.
Praxisbeispiel
In einer Zahnarztpraxis in Flensburg werden zwischen zwei Patienten Behandlungsstuhl, Ablagen und Bedienelemente desinfiziert. Das übernimmt das Praxisteam selbst mit Tüchern aus dem Spender. Die Reinigungskräfte kommen abends und behandeln Böden, Sanitärbereiche und Kontaktflächen der übrigen Räume mit vorgetränkten Mopps, je Raum ein frischer. Die Aufteilung steht im Hygieneplan, damit keine Fläche doppelt oder gar nicht behandelt wird.
Die Wischdesinfektion ist die Technik, die Flächendesinfektion der Zweck. Ausführlich zur Praxis der Reinigung siehe Ratgeber Praxisreinigung: Anforderungen. Staffclean arbeitet in sensiblen Bereichen nach dem Hygieneplan des Auftraggebers, als Teil von Hygiene Plus.
Fragen zum Begriff — kurz beantwortet
Warum soll man Desinfektionsmittel nicht einfach aufsprühen?
Beim Sprühen werden Flächen oft nicht vollständig benetzt, und es entstehen Tröpfchen, die eingeatmet werden. Beim Wischen kommt die Lösung gleichmäßig auf die Fläche und Schmutz wird zugleich entfernt.
Wie oft muss das Tuch gewechselt werden?
Spätestens nach jedem Raum oder Bereich, bei sichtbarer Verschmutzung früher. Ein Tuch, das zu trocken wird, benetzt die Fläche nicht mehr ausreichend.
Darf ich nach der Wischdesinfektion trocken nachwischen?
Nein, die Lösung muss die vorgesehene Zeit wirken. Wer zu früh trocknet, verkürzt die Einwirkzeit.
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