
Ratgeber · Hygiene und Desinfektion
Kontaktflächen im Büro: dauerhaft sinnvolle Routinen für Klinken, Schalter und Geräte
Sie wissen danach, welche Flächen im Büro besonders oft berührt werden, wie Sie sie in den Reinigungsplan aufnehmen und was Ihre Beschäftigten selbst beitragen.
Was mit Kontaktflächen gemeint ist
Kontaktflächen, oft auch Handkontaktflächen genannt, sind alle Flächen, die im Alltag viele Menschen mit den Händen berühren. Im Büro sind das Türklinken, Lichtschalter, Handläufe, Aufzugtaster, Wasserhähne, Griffe von Kühlschrank und Kaffeemaschine, Kopierer, Konferenztelefone und in Teams mit wechselnden Arbeitsplätzen auch Tastaturen und Mäuse.
Über diese Flächen werden Keime von Hand zu Hand weitergegeben. Für einen gesunden Büroalltag ist deshalb weniger entscheidend, wie glänzend der Boden ist, sondern wie zuverlässig diese Stellen regelmäßig gereinigt werden. In vielen Leistungsverzeichnissen fehlen sie jedoch als eigene Position, oder sie werden nur „nach Bedarf“ erwähnt. Das führt dazu, dass niemand sich zuständig fühlt. Die Grundbegriffe erklärt der Glossareintrag Hand- und Kontaktflächen.
Die wichtigsten Kontaktflächen im Überblick
Eine einfache Bestandsaufnahme hilft. Gehen Sie einmal mit offenen Augen durch Ihr Büro und notieren Sie, was viele Hände berühren. Die folgende Tabelle zeigt, was bei Begehungen in Büros in Hamburg und Schleswig-Holstein regelmäßig auf der Liste landet.
| Bereich | Kontaktflächen | Nutzung |
|---|---|---|
| Eingang und Flure | Türklinken, Drücker, Klingel, Handläufe, Lichtschalter | Sehr hoch, alle Beschäftigten und Gäste |
| Aufzug | Ruftaster, Bedientableau, Handlauf | Hoch, je nach Gebäude |
| Teeküche | Griffe von Kühlschrank und Schränken, Kaffeemaschine, Wasserhahn | Sehr hoch, besonders morgens und mittags |
| Sanitärräume | Armaturen, Spülknöpfe, Spender, Türgriffe innen | Sehr hoch |
| Besprechungsräume | Tischkanten, Konferenztelefon, Fernbedienung, Stuhllehnen | Wechselnde Gruppen |
| Gemeinsam genutzte Geräte | Kopierer, Drucker, Scanner, Aktenvernichter | Mittel bis hoch |
| Wechselarbeitsplätze | Tastatur, Maus, Tischfläche, Monitorfuß | Wechselnde Personen |
Persönliche Arbeitsplätze mit fester Belegung sind weniger kritisch, denn dort berührt meist nur eine Person die Geräte. Ganz anders sieht es bei Desk-Sharing aus, also wenn sich mehrere Beschäftigte einen Platz teilen.
Reinigen oder desinfizieren?
Im normalen Büro reicht für Kontaktflächen eine gründliche Reinigung in einem passenden Intervall. Schmutz, Fett und Hautrückstände werden dabei entfernt, und damit auch ein großer Teil der Keime. Eine routinemäßige Desinfektion aller Klinken und Schalter ist im Büroalltag in der Regel nicht nötig und bringt eigene Nachteile mit: Belastung für Haut und Atemwege, Materialschäden und Kosten.
Anders sieht es aus, wenn das Büro Teil einer Einrichtung mit besonderen Anforderungen ist, etwa einer Arztpraxis, eines Pflegedienstes oder einer Kita, oder wenn das Gesundheitsamt in einem konkreten Fall Maßnahmen anordnet. Dann bestimmt der Hygieneplan, welche Flächen wie und womit behandelt werden. Für medizinische Einrichtungen beschreibt die KRINKO-Empfehlung zur Reinigung und Desinfektion von Flächen den fachlichen Rahmen. Den Unterschied zwischen beiden Verfahren erläutert der Ratgeber Desinfektion oder Reinigung, die Auswahl geeigneter Mittel der Ratgeber Desinfektionsmittel auswählen.
- Reinigung entfernt Schmutz und mit ihm einen Großteil der Keime. Standard für das Büro.
- Desinfizierende Reinigung verbindet beides in einem Arbeitsgang. Sinnvoll, wenn ein Hygieneplan sie vorsieht.
- Gezielte Desinfektion erfolgt anlassbezogen, etwa nach Kontamination mit Körperflüssigkeiten.
Intervalle, die sich bewährt haben
Feste gesetzliche Intervalle für Kontaktflächen im Büro gibt es nicht. Wie oft gereinigt wird, legen Sie im Vertrag fest. Als Orientierung dient die Nutzungsintensität: Was viele Menschen berühren, wird häufiger gereinigt. Die folgende Übersicht ist ein Startpunkt, den Sie an Ihr Büro anpassen sollten. Mehr zur Methodik lesen Sie im Ratgeber Reinigungsintervalle festlegen.
| Kontaktfläche | Übliches Intervall | Bei erhöhtem Bedarf |
|---|---|---|
| Türklinken Eingang und Flure | Bei jeder Unterhaltsreinigung | Zusätzlicher Durchgang tagsüber |
| Lichtschalter und Handläufe | Bei jeder Unterhaltsreinigung | Zusätzlicher Durchgang tagsüber |
| Armaturen und Spülknöpfe | Bei jeder Sanitärreinigung | Zwischenreinigung zur Mittagszeit |
| Teeküche, Griffe und Geräte | Bei jeder Unterhaltsreinigung | Zwischenreinigung nach Stoßzeiten |
| Kopierer und Drucker außen | Wöchentlich bis mehrmals pro Woche | Bei jeder Unterhaltsreinigung |
| Tastatur und Maus bei Desk-Sharing | Durch Nutzer bei Arbeitsbeginn | Zusätzlich durch Reinigung nach Absprache |
In der Erkältungs- und Grippezeit lohnt sich ein zusätzlicher Durchgang tagsüber, etwa als Daytime Cleaning zur Mittagszeit. Hinweise für diese Wochen gibt unser Beitrag zur Grippesaison im Büro.
So reinigt das Team Kontaktflächen richtig
Ein Tuch für alles ist der häufigste Fehler. Wer mit demselben Tuch erst die Toilette und dann die Türklinke reinigt, verteilt Keime, statt sie zu entfernen. In der professionellen Reinigung gibt es dafür ein Farbsystem: Tücher und Eimer bekommen je nach Bereich eine eigene Farbe, etwa für Sanitärkeramik, für Waschbecken und Armaturen und für allgemeine Flächen. Welche Farbe wofür steht, legt der Betrieb fest; wichtig ist, dass das System im ganzen Objekt einheitlich gilt.
- Für Kontaktflächen frische, gewaschene Mikrofasertücher verwenden, je Bereich eigene Tücher.
- Mittel auf das Tuch geben, nicht auf Schalter, Tastaturen oder Geräte sprühen.
- Von sauber nach schmutzig arbeiten: erst Büros, dann Teeküche, zuletzt Sanitärräume.
- Kanten und Unterseiten von Griffen mitnehmen, dort sitzt der meiste Schmutz.
- Elektrogeräte nur außen und nebelfeucht abwischen; vorher klären, ob sie ausgeschaltet sein müssen.
- Benutzte Tücher nach jedem Einsatz bei ausreichend hoher Temperatur waschen. Wie das richtig geht, steht im Beitrag Mikrofaser richtig waschen.
Was Beschäftigte selbst beitragen können
Auch die beste Reinigungsfirma ist nur einmal am Tag im Haus. Zwischen zwei Reinigungen kommt es auf die Menschen im Büro an. Dabei geht es nicht um zusätzliche Putzpflichten, sondern um ein paar einfache Gewohnheiten, die wenig Aufwand machen und viel bewirken.
- Händewaschen nach dem Toilettengang, vor dem Essen und nach dem Heimweg bleibt die wichtigste Maßnahme.
- Spender für Seife und Papiertücher müssen zuverlässig gefüllt sein. Leere Spender sind ein häufiger Grund, warum Hygiene im Alltag nicht funktioniert.
- Desk-Sharing: Feuchttücher oder Reinigungstücher am Platz ermöglichen es, Tastatur und Maus bei Arbeitsbeginn kurz abzuwischen.
- Teeküche: Benutzte Tassen in die Spülmaschine statt auf die Arbeitsfläche, damit das Team die Flächen reinigen kann.
- Freie Flächen: Was auf Schreibtischen liegt, wird aus Datenschutzgründen und zur Vermeidung von Schäden meist nicht verschoben. Freigeräumte Tische werden mitgereinigt.
Gerade der letzte Punkt sorgt oft für Missverständnisse. Warum Reinigungsteams persönliche Unterlagen nicht anfassen, erklärt der Ratgeber Datenschutz bei der Büroreinigung.
Beispiel: ein Büro mit Desk-Sharing in Hamburg
Ein Beispiel ohne Namen zeigt, wie sich eine Routine aufbauen lässt. Ein Büro mit rund vierzig Arbeitsplätzen in einem Hamburger Bürohaus stellt auf Desk-Sharing um. Nicht alle Beschäftigten sind jeden Tag da, die Plätze werden morgens frei gewählt. Vorher wurden die Tische nur abends abgewischt, wenn sie frei waren.
Nach der Umstellung gilt: Die Reinigung wischt abends alle freigeräumten Tische und die gemeinsam genutzten Geräte. Am Platz stehen Reinigungstücher, mit denen jeder Tastatur und Maus zu Beginn kurz abwischt. Klinken, Lichtschalter und die Griffe in der Teeküche werden bei jeder Unterhaltsreinigung gereinigt, in den Wintermonaten zusätzlich mittags in einem kurzen Durchgang. Eine Clean-Desk-Regel sorgt dafür, dass abends keine Unterlagen auf den Tischen liegen und das Team die Flächen vollständig erreicht.
Das Ergebnis: Die Zuständigkeiten sind klar, und bei Stichproben fallen kaum noch vergessene Flächen auf. Der zusätzliche Aufwand ist überschaubar, weil der Mittagsdurchgang sich auf wenige, stark genutzte Stellen beschränkt.
Kontaktflächen im Leistungsverzeichnis festhalten
Damit die Reinigung der Kontaktflächen nicht vom guten Willen einzelner abhängt, gehört sie als eigene Position ins Leistungsverzeichnis. Formulieren Sie dabei konkret, welche Flächen gemeint sind und in welchem Intervall sie gereinigt werden. Allgemeine Formulierungen wie „Kontaktflächen nach Bedarf“ lassen zu viel Spielraum.
Ein Beispiel für eine klare Formulierung: „Türklinken, Drücker, Lichtschalter, Handläufe und Aufzugtaster in allen Fluren und Treppenhäusern feucht reinigen, arbeitstäglich.“ Für Teeküche, Sanitärräume und Besprechungsräume legen Sie eigene Positionen fest. Wie der gesamte Leistungsumfang eines Büros aufgebaut ist, zeigt der Ratgeber Büroreinigung: Leistungsumfang. Eine regelmäßige Qualitätskontrolle mit Stichproben zeigt Ihnen, ob die Flächen tatsächlich so gereinigt werden wie vereinbart.
Typische Schwachstellen und wie Sie sie beheben
Bei Begehungen fallen immer wieder dieselben Lücken auf. Die meisten lassen sich mit kleinen Änderungen im Plan beheben.
- Türen von innen vergessen: Die Außenklinke ist sauber, die Innenseite der WC-Tür nicht.
- Geräte außen vor: Kopierer, Kaffeemaschine und Konferenztelefon tauchen im Plan gar nicht auf.
- Nur abends gereinigt: Bei großen Teams sind die Flächen mittags schon wieder stark genutzt.
- Unklare Zuständigkeit für IT: Niemand weiß, ob das Reinigungsteam Tastaturen anfassen darf.
- Leere Spender: Die Reinigung füllt nach, aber der Verbrauch übersteigt den Rhythmus.
Staffclean nimmt Kontaktflächen in der Unterhaltsreinigung als eigene Position auf und stimmt Intervalle und Zuständigkeiten mit Ihnen ab, in Büros in Schleswig-Holstein und Hamburg. Für Einrichtungen mit höheren Anforderungen gibt es die Hygienereinigung Hygiene Plus. Ein Angebot erhalten Sie kostenlos und unverbindlich über die Angebotsanfrage.
Häufige Fragen — kurz beantwortet
Müssen Türklinken im Büro täglich desinfiziert werden?
Im normalen Büro in der Regel nicht. Eine gründliche Reinigung in passendem Intervall entfernt Schmutz und den Großteil der Keime. Desinfektion ist dort angezeigt, wo ein Hygieneplan sie vorsieht oder das Gesundheitsamt Maßnahmen anordnet.
Reinigt die Reinigungsfirma auch Tastaturen?
Das hängt von der Vereinbarung ab. Viele Betriebe regeln, dass Beschäftigte ihre eigenen Geräte selbst abwischen und die Reinigung nur gemeinsam genutzte Geräte übernimmt. Legen Sie das im Leistungsverzeichnis ausdrücklich fest.
Wie oft sollten Kontaktflächen gereinigt werden?
Eine feste gesetzliche Vorgabe gibt es für Büros nicht. Üblich ist, Klinken, Schalter und Handläufe bei jeder Unterhaltsreinigung mitzunehmen. Bei vielen Beschäftigten oder in der Erkältungszeit kann ein zusätzlicher Durchgang tagsüber sinnvoll sein.
Warum ist ein Farbsystem für Reinigungstücher wichtig?
Es verhindert, dass Keime aus Sanitärräumen auf Klinken oder Küchenflächen übertragen werden. Jeder Bereich bekommt eigene Tücher in eigener Farbe, die nicht vermischt werden.
Was kann ich als Arbeitgeber selbst tun?
Sorgen Sie für gefüllte Spender für Seife und Papiertücher, stellen Sie bei Desk-Sharing Reinigungstücher bereit und nehmen Sie Kontaktflächen als eigene Position in den Reinigungsvertrag auf.
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